Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 199 Marbach am Neckar, ev. Pfarrkirche St. Alexander 1508

Beschreibung

Grabplatte des Konrad Widmann gen. Mangold. Außen an der Südostwand des Chors, erster Stein von links. Rechteckige Sandsteinplatte mit umlaufender Randinschrift zwischen eingehauenen Linien, die sich mit drei Zeilen im oberen Mittelfeld fortsetzt. In der Mitte eine Eintiefung in Form eines Wappenschildes mit vier Dübellöchern; vermutlich wurde ein aus Bronze (?) gefertigtes Wappenschild zu unbekannter Zeit ausgebrochen. Der gut erhaltene Stein wurde bei einer Renovierung im Jahr 1928 aus dem Fußboden gehoben.

Maße: H. 184, B. 95, Bu. 9,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel m. Kapitalis-Versalien.

DI 25, Nr. 199 - Marbach am Neckar - 1508

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. · Anno · domini · M · V / · viii · jar · vff · mitwoch · nach · bartholomei · sta/rb · der · ersam · cvnrat / · widman · genant · mangolt · der · zeit · ein · vog//tt · zv · marpach · de(m). / · gott · gnedig · sein · / · welle ·

Datum: 30. August.

Kommentar

Konrad Widmann war der Sohn des Mangold Schreiber, Kanzler Graf Ludwigs I. von Württemberg zu Urach. Im Jahr 1461 saß er zu Brackenheim (Lkr. Heilbronn), 1477 hatte er Güter zu Marbach. Als (Unter-)Vogt wird er erstmals im ältesten erhaltenen Lagerbuch der Stadt Marbach von 1473 bezeichnet, dessen Verfasser er ist. Widmann war einer der fünf württembergischen Räte, welche im Jahre 1478 den Streit Wilhelms von Urbach mit Marbach und den Hartdörfern entschied, in dem die Hartwaldgenossenschaft erstmals erwähnt wird.1 Der Stein ist stilistisch verwandt mit nr. 201. Bemerkenswert ist die Verwendung des V zur Darstellung der Zahl 500 und die klassische, nahezu quadratische Form des Kapitalis-M, das keinerlei Ähnlichkeit mit den in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts häufig auftauchenden Formen der Bastard-Kapitalis hat.

Anmerkungen

  1. HStA Stuttgart, H 101, Nr. 1025; WürttReg. nr. 1709, 10685; Pfeilsticker 2580.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 199 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0019906.