Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 193 Aldingen (Gem. Remseck a. N.), ev. Pfarrkirche St. Margaretha 1504

Beschreibung

Grabmal des Heinrich von Kaltental in der Nordostecke der Turmhalle. Hochrechteckige Sandsteinplatte mit Randleiste, auf der die eingehauene Inschrift umläuft. Im eingetieften Mittelfeld kniet der geharnischte Ritter mit offenem Visier betend unter einem Kielbogen-Baldachin. Vier Wappenschilde in den Ecken des Mittelfeldes, ein fünfter Schild unten in der Mitte. Hinter dem Ritter ein großes Vollwappen, Helmzier abgebrochen. Der Stein stand bis 1963 im Chor; Rand durch Ausbrüche und eine tief eingehauene Nut leicht beschädigt (Buchstabenverlust).

Maße: H. 192, B. 85, Bu. 7 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel, Fraktur-Versalien.

DI 25, Nr. 193 - Remseck am Neckar-Aldingen - 1504

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

Datum: 3. Juni.

  1. An(n)o d(omi)ni m° ccccc iiij · / Jar An montag vor bonifacij ist gestorbe(n) der Edel Vnda) / Vest Ju(n)ckher hai(n)rich / Von kalte(n)tal dem we[lle] got gnaedigb) sein

 
Wappen:
Kaltental

   
Ahnenwappen:
Kaltental Neuhausen
Sachsenheim Stadion Stein

Kommentar

Die vier Eckwappen bilden eine Ahnenprobe des Verstorbenen.1 Heinrich war ein Sohn des Wilhelm von Kaltental und der Elisabeth von Neuhausen.2 Er war württembergischer Obervogt zu Wildberg (Lkr. Calw)3 und Mitinhaber des von Württemberg zu Lehen gehenden Dorfes Aldingen. Verheiratet war er zunächst mit Elisabeth von Balzheim zu Kirchen4, dann mit Margareta von Stadion; auf sie bezieht sich das Wappen unten in der Mitte.5 – Hopff (1701) überliefert für Heinrich von Kaltental die Inschrift eines ‚Epitaphs’ und eines ‚stehenden Steins’; beide haben gleichen Wortlaut.6

Textkritischer Apparat

  1. oder Und?
  2. e als hochgestellter Kleinbuchstabe.

Anmerkungen

  1. Zu den genealogischen Angaben vgl. Stammtafel Kaltental.
  2. Vgl. nr. 78.
  3. Erwähnt 1481: Pfeilsticker 3055.
  4. Ministerialengeschlecht aus Oberbalzheim (Alb-Donau-Kreis), vermutlich in Kirchen (ebd.) ansässig; Alberti I 37.
  5. Namengebender Ort Oberstadion (Alb-Donau-Kreis).
  6. Hopff, Stuttgart HStA A 155 Bü 64 (1701).

Nachweise

  1. OABLudwigsburg 157.
  2. G. F. Müller, Aldingen 29 (Hs. Pfarrarchiv).
  3. Halbey 1954, Kat. Nr. 29.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 193 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0019305.