Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 186 Markgröningen, ev. Stadtkirche St. Bartholomäus A. 16. Jh. ?

Beschreibung

Verewigung (Ritzinschrift) eines Johannes. Außen auf der Nordseite des Langhauses, am ersten Joch von Osten, auf einem Quader aus dunkelgelbem Sandstein unterhalb des Kaffgesimses. Links Steinmetzzeichen nr. 18, dann zweizeilig angeordnete Inschrift, die letzten zwei Buchstaben aus Platzmangel unter die Zeile gesetzt.

Maße: H. 30, B. 98,5, Bu. 3,2–9 cm.

Schriftart(en): Bastard-Kapitalis mit einzelnen kursiven Buchstaben.

DI 25, Nr. 186 - Markgröningen  - A. 16. Jh.?

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. HIC Fuit IOH(ANN)ES FILIVS / SCHRINIAtOR / IS /

Übersetzung:

Hier war Johannes, der Sohn des Schreiners.

Kommentar

Die Berufsbezeichnung ergibt sich aus lat. scrinium = der Schrein, das Schränkchen. Da der hier Verewigte ein Steinmetzzeichen beifügte, gehörte er vermutlich zur Bauhütte der Kirche.

Die Ausführung der Schrift läßt keine eindeutige, zeitliche Ansetzung zu. Die Anordnung ist unregelmäßig, die Größe der Buchstaben unterschiedlich. Die Form des H mit Ausbuchtung des Mittelbalkens und des A mit gebrochenem Mittelbalken gehören der Früh-Kapitalis an, die in Markgröningen mit den Bauinschriften nrr. 106, 115 überraschend früh nachweisbar ist. Die I mit i-Punkt und die Mandelform des O deuten jedoch eher auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 186 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0018601.