Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 171 Vaihingen a. d. Enz, Peterskirche, Lapidarium des Heimatmuseums 15. Jh.

Beschreibung

Grabplatten-Fragment eines Unbekannten mit Vornamen Conrad. Vier Bruchstücke lassen sich aneinanderfügen; daraus ergibt sich der untere Teil eines Grabsteins aus gelbgrauem, feinkörnigem Sandstein mit erhabener Umschrift und schmaler Randleiste; im Feld leicht eingetiefter Wappenschild. Das obere Drittel fehlt ganz; zwischen den unregelmäßig gebrochenen Teilstücken drei Fehlstellen (Buchstabenverlust).

Maße: H. (Teilmaß) 121, B. 96, Bu. 9 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel, erhaben.

DI 25, Nr. 171 - Vaihingen a. d. Enz - 15. Jh.

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. [. . h. . . . .] (us)a) d(omi)n(u)s conr(adus) [. . . .] / [. . . . . . . .] min . . / [. . . cuiu]s a(n)i(m)a / requiescat in sancta [pace]b) /

Wappen:
unbekannt (Schere?)1

Kommentar

Gegenüber den erhaben gearbeiteten Inschriften im Bereich von Vaihingen2 fällt auf, daß die Buchstaben hier tiefer aus dem Grund herausgearbeitet sind und weder oben noch unten die Grenzlinie des vertieften Grundes berühren oder über sie hinausgreifen. I erscheint mit i-Punkt, zwei Formen von r, t mit rüsselförmigen Abschwüngen, keine Worttrennung durch Paragraphenpunkte. Für eine Datierung ergeben sich keine zwingenden Kriterien abgesehen von einer Ansetzung im 15. Jahrhundert.

Textkritischer Apparat

  1. Nach der Bruchstelle ist unten ein Teil einer schräg nach unten laufenden Haste zu erkennen, darüber Kürzungszeichen für -us oder -is bzw. -ilis. Das Epitheton vor dominus könnte demnach honorabilis, venerabilis oder reverendus heißen, was auf einen Angehörigen der Geistlichkeit deuten würde.
  2. Sinngemäß ergänzt.

Anmerkungen

  1. Es kann sich auch um einen sog. „Wolf“, ein mittelalterliches Instrument der Bauhütte, handeln.
  2. Vgl. nr. 36, Anm. 3.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 171 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0017104.