Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 160 Hemmingen, ev. Pfarrkirche St. Laurentius vor 1498?

Beschreibung

Grabdenkmal (bzw. Epitaph) des Ludwig von Nippenburg. Im Chor, vierter Stein der Südwand. Hochrechteckige Platte aus hellgrauem Sandstein mit Umschrift auf einem vielfach gefalteten Schriftband (A); im Feld Vollwappen mit gezaddelten Helmdecken; darunter zwei einwärts geneigte Wappenschilde, der linke mit Inschrift (B), dazwischen Totenkopf. Verwitterungsschäden an der Unterkante, Schrift flach ausgearbeitet; die Vertiefungen mit einer brauenen Füllmasse (teilweise ausgebrochen) gefüllt.

Maße: H. 225, B. 111, Bu. 7,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 160 - Hemmingen - vor 1498?

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    Anno · d(omi)ni · M° · cccc° · / lxxxx ⟨ ⟩ starb · der · vest ivnckh(e)r lvdwig · von · / Nippenbvrg · dem · got · der · almechtig · gnedig · wölle · sin ·/

  2. B

    · Maria · / tv° · Mir · / gnad /

Wappen:
NippenburgWesternach

Kommentar

Ludwig starb 1498 und wurde in Schwieberdingen in der Familiengrablege der Nippenburg bestattet, wo ihm ein Figuren-Grabmal gesetzt wurde.1 Der vorliegende Wappenstein hat demnach die Funktion eines Epitaphs oder Totenschilds in Stein. Die unvollständig belassene Jahreszahl zeigt an, daß Ludwig – kinderlos und 1490 vermutlich bereits Witwer – die Errichtung seines Totengedächtnisses wohl selbst veranlaßte. Das Denkmal ist eine Replik des Grabmals für Ludwigs Bruder Michael (gest. 1473) in Schwieberdingen2 – ein Werk, das auf Ludwigs Auftrag hin in derselben Werkstatt entstanden sein dürfte.

Die zeitliche Ansetzung läßt sich durch hier deutlichen Befund genau zwischen (frühestens) 1490 und 1498 (Todesdatum) eingrenzen. Da der Chorneubau in Schwieberdingen vermutlich mit diesem Auftrag verbunden war, wird die Vergabe an den Bildhauer nicht vor dem Baubeginn 1495 ergangen sein.3

Anmerkungen

  1. Vgl. nr. 159. Dort auch die biographischen Daten.
  2. Vgl. nr. 109.
  3. Zur Baugeschichte vgl. nr. 157.

Nachweise

  1. OABLeonberg 1852, 158.
  2. OABLeonberg 1930, 817.
  3. Halbey 1954, Kat. nr. 4 und Text S. 6ff.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 160 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0016009.