Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 153 Beihingen (Stadt Freiberg a. N.), ev. Pfarrkirche St. Amandus 1492

Beschreibung

Grabdenkmal des Werner Nothaft, innen an der Südwand des Kirchenschiffs, nahe der Ostecke. Rechteckige Sandsteinplatte, auf deren Rand eine Inschrift zwischen zwei eingehauenen Linien umläuft. Im Mittelfeld Relief des Verstorbenen in Harnisch; er steht auf einem Hund, die Rechte hält den Wappenschild, die Linke liegt am Schwertgriff. In den vier Ecken des Mittelfeldes je ein Wappen. Der obere Rand des Steines hat Bruchstellen, mit Mörtel ausgeflickt, der untere Teil ist durch Mauerfeuchtigkeit porös und bröckelt ab; Buchstabenverlust an beiden Stellen. Teile der Schrift renoviert und schwarz ausgemalt.1

Maße: H. 229, B. 94, Bu. 7–8 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel, Versalien Bastard-Kapitalis.

DI 25, Nr. 153 - Freiberg am Neckar-Beihingen - 1492

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

Datum: 22. Januar.

  1. Ann[o] d(omi)n[i mc]cccxciia) jar / [v]ff sant vincencivs dag ist gestorben [der] edell vnd vest Wern[er n]o[t/ha]ft dem got gnedig vnd [barm/hercz]ig sin well · AMEN

 
Wappen:
geviert; Sternenfels, Massenbach, Nippenburg, Heimerdingen.

   
Ahnenwappen:
Nothaft Weiler
Urbach unbekannt (Schrägbalken mit 3 Wieseln belegt)2

Kommentar

Die Eckwappen bilden eine Ahnenprobe des Verstorbenen, während der Wappenschild die Ahnenprobe der Ehefrau Anna von Sternenfels zeigt. Werner war ein Sohn des Bernhart Nothaft zu Beihingen (nr. 96) und der Agnes von Weiler.3 Er war Ortsherr zu Beihingen und Hofmeister Graf Eberhards II., des Jüngeren von Württemberg.4 Von den Herren von Talheim erwarb er Schloß Helfenberg (Gem. Ilsfeld, Lkr. Heilbronn).5

Textkritischer Apparat

  1. Die Jahreszahl wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt zu cccxlo verfälscht.

Anmerkungen

  1. Dörner, Pfarrbeschreibung Beihingen 61 bezeichnet die Inschrift bereits um 1830 als unleserlich.
  2. Wappenbeschreibung nach Gabelkover-Waltz, Genealogia Nothafftiana, Nr. 44. Nach Bucelin II. 2. Aa 3 soll Werners mütterliche Großmutter Elsa von Angelloch (Anglach) geheißen haben; die Familie führte jedoch ein anderes Wappen (Alberti I 21).
  3. Gabelkover-Waltz a. a. O. nrr. 29, 30, 44, 45. – Bucelin II. 2. Y. – Vgl. nr. 231.
  4. Pfeilsticker 54.
  5. Ritz, Beihingen 28.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 153 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0015306.