Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 142 Marbach am Neckar, ev. Pfarrkirche St. Alexander 1488

Beschreibung

Grabplatte des Johannes Widerer, außen an der Südostwand des Chores, zweiter Stein von links. Rechteckige Sandsteinplatte mit umlaufender, tief eingehauener Randinschrift zwischen eingehauenen Linien. Im Mittelfeld die Umrißlinien eines Kielbogen-Baldachins, eines Kelches und eines Vierzacks.1 Der Stein wurde im Jahre 1928 aus dem Fußboden gehoben. Er ist im oberen Drittel schräg durchgebrochen und mit Zementmörtel geklebt (Buchstabenverlust). Der Rand ist ausgebrochen, die Oberfläche mit Kalkmörtel beschmiert.

Maße: H. 185, B. 93, Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 142 - Marbach am Neckar - 1488

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. anno d(omi)ni 1488 obyt / venerabilis d(omi)n(u)s iohannes widerer in die s(an)cti / thome martiris ca/pellanus altaris s(an)cte üi(rgini)s cui(us) a(n)i(m)a [re] quiescat i(n) pace

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1488 starb der ehrwürdige Herr Johannes Widerer am Tag des heiligen Märtyrers Thomas (29. Dezember), Kaplan am Altar der Heiligen Jungfrau (Maria), dessen Seele in Frieden ruhe.

Kommentar

Der Verstorbene ist aus der bisher erschlossenen urkundlichen Überlieferung nicht bekannt. Vielleicht ist der Name richtig als Wider zu lesen.2 Eine Frühmeßpfründe am Marienaltar der Kapelle in Marbach, dem Vorgängerbau der heutigen evangelischen Stadtkirche, wird im 15. Jahrhundert mehrfach genannt.3

Anmerkungen

  1. Vielleicht als vierarmiger Leuchter zu deuten?
  2. Zur Familie Wider in Württemberg: Deutsches Geschlechterbuch 110 (1940) 643ff. – Vgl. ferner DI. XXII (Enzkreis) nr. 209.
  3. WürttReg. nrr. 1393, 1992, 10 710, 10 727. Die von Kleinknecht behauptete Existenz einer zweiten Marienpfründe in der Alexanderkirche scheint sich auf ein weitgehend zerstörtes Fresko in einer nördlichen Seitenkapelle zu stützen, das anscheinend eine Marienkrönung darstellt: Munz-Kleinknecht, Marbach 70.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 142 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0014201.