Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 86 Markgröningen, ev. Stadtkirche St. Bartholomäus nach 1459

Beschreibung

Grabplatte für Walter von Haslach, seine Frau Hilta und seinen Sohn Walter, Kaplan zu Markgröningen. In der sog. Vollandkapelle, der östlichen Kapelle am Südseitenschiff, an der Westwand. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit dunklen Einschlüssen; an der linken Langseite verläuft ein etwa 4 cm breiter Falz, der nicht bis unten durchgeführt ist (kein Buchstabenverlust). Oben fünfzeiliger Inschriftblock. Oberfläche abgetreten, Zeile 6 zerstört.

Maße: H. 189, B. 84,5, Bu. 5,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 086 - Markgröningen  - nach 1459

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/4]

  1. Obiit · walther(us) · olim · schulthet(us)a) /[. . . . . . .] haßlach · an(n)o · 1435b) · Et · /vxor · sua · hilta · an(n)o · 1436b) · Et · /fil[iv]s · eoru(m) · walther(us) · cappellan(us) /f[v]ndator · hui(us) · cappelle · an(n)o · /[. . . . ] /

Übersetzung:

Es starb Walter, einstmals Schultheiß [genannt von?] Haslach im Jahr 1435 und seine Frau Hilta im Jahr 1436 und deren Sohn Walter, Kaplan [und] Stifter dieser Kapelle im Jahr …

Kommentar

Zu dem Kaplan Walter von Haslach vgl. die vorangegangene nr. 85. Sein bis jetzt unbekanntes Todesdatum ist hier nicht nachgetragen worden oder durch Abnutzung des Steins zerstört. Man kann davon ausgehen, daß der Geistliche den Grabstein nach Vollendung der von ihm gestifteten Kapelle – also unmittelbar nach 1459 – in Auftrag gab.

Dazu paßt auch der Schriftbefund. Das dichte und gleichmäßige Schriftbild mit geringem Zeilenabstand entspricht der Stiftunginschrift, nur sind die Buchstaben schlanker gebildet. Die dort beobachteten Besonderheiten kehren hier wieder. Bemerkenswert ist die Gestaltung der Inschrift als fest zusammengeschlossener Block.

Textkritischer Apparat

  1. Als nächstes Wort erwartet man dictus · de oder eine ähnliche Wendung; es sind jedoch nur noch Hasten zu erkennen. Der urkundlich belegte Beiname „Schneider“ kommt hier nicht vor.
  2. Gotische Ziffern.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 86 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0008605.