Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 68 Markgröningen, kath. Pfarrkirche Hl. Geist (Spitalkirche) 1446

Beschreibung

Bauinschrift über dem Eingang in den Spitalgarten von der Spitalgasse aus, im Nordosten der Kirche. Werkstück aus gelbgrauem Sandstein von unregelmäßiger Form, über dem spätgotischen Türgewände in das Bruchsteinmauerwerk eingefügt. Schild mit Spitalwappen, an drei Seiten bogenförmig von Spruchband umgeben. Ränder bestoßen, verwittert.

Maße: H. 32, B. 44, Bu. ca. 4–5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 068 - Markgröningen - 1446

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. a) anno · d(omi)ni · m · cccc · xlvi /

Wappen:
Hospitaliterorden vom Hl. Geist (Doppelkreuz mit gespaltenen Enden).

Kommentar

Die Inschrift bezieht sich vermutlich auf den Neubau der Umfassungsmauer für den Spitalkomplex im südwestlichen Bereich der Altstadt. Zu dieser Baumaßnahme hat sich ein Vermerk in den Rechnungen des Spitals für die Jahre 1444–1449 erhalten: „du lang mur vmme vnsern spitelhoff vnd die 2 lang murn vmme den gartten mit dren gehowen torn kostent 20 lb. (= Pfund)“.1

Die Inschrift beginnt mit dem kleinen eingeritzten Spitalkreuz; Worttrennung durch Paragraphenpunkte. Sie ist bemerkenswert als das älteste erhaltene Schriftdenkmal in Verbindung mit dem Spitalwappen, dem Doppelkreuz, das die Brüder in weiß auf der schwarzen Ordenstracht trugen.2 Die Lesung der Jahreszahl als 1454 in der Oberamtsbeschreibung beruht auf einem Versehen, denn xlvi ist heute noch eindeutig erkennbar.

Textkritischer Apparat

  1. Kleines Doppelkreuz (= Spitalkreuz).

Anmerkungen

  1. Papierhandschrift im Markgröninger Rathaus, fol. 91 a; veröffentlicht durch Militzer, s. dort 207.
  2. Das älteste Denkmal in Markgröningen, das das Spitalwappen trägt, ist ein inschriftloser Grabstein aus der Frühzeit des Spitals bald nach 1300, der bei Umbauarbeiten im Spitalbereich um 1955 aufgefunden wurde; vgl. Adelmann, G. S. Graf, in: Nachrichtenblatt der Denkmalpflege 1 (1958) 75 und Abb. S. 73.

Nachweise

  1. OABLudwigsburg 1859, 255.
  2. Paulus, Neckarkreis 356.
  3. Much 1981, 21 nr. 2 mit Abb.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 68 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0006807.