Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 47 Horrheim (Stadt Vaihingen a. d. Enz), ev. Pfarrkirche St. Clemens nach 1420

Beschreibung

Grabplatte des Georg von Wihingen und seiner Gemahlin Sophia geborene von Essendorf. Im Langhaus an der Ostwand, links vom Triumphbogen eingelassen.1 Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift; im Feld, das von zwei Ritzlinien umzogen ist, in der Mitte Vollwappen in Ritzzeichnung, darunter Wappenschild. Schrift schwarz gefaßt.

Maße: H. 210, B. 92, Bu. 9,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 047 - Vaihingen a. d. Enz-Horrheim - nach 1420

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. + anno · domini · m° cc/ cc · xx ⟨⟩ obiit · georivs · de wihingen · armige/ r · in · die · ⟨⟩/⟨⟩ et · vxor · eiivsa) · sophia · de · essendorf ·/

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 142⟨.⟩ starb der Edelknecht Georg von Wihingen am Tag . . . . . . . . und seine Frau Sophia von Essendorf.

Wappen:
WihingenEssendorf

Kommentar

Die Todesdaten des Ritters sind nicht eingetragen; also war vermutlich der Tod der Ehefrau, der in dieser relativ frühen Zeit nicht durch Daten präzisiert ist, Anlaß für die Anfertigung der Grabplatte. In derselben Kirche ist für das Ehepaar ein Grabdenkmal erhalten, das als Todesjahr des Georg 1437 angibt.2

Ein Georg von Wyhingen ist 1411 Nov. 11 als Bürge bezeugt.3 Er gehörte dem zwischen 1152 und 1524 nachweisbaren Ortsadel von Enzweihingen an.4 Das Geschlecht seiner Gemahlin nennt sich nach Essendorf bei Bad Waldsee (Lkr. Ravensburg).5

Die kraftvolle, klar geformte Minuskel mit leichten Unregelmäßigkeiten läßt noch feine Haarstriche – etwa bei e und r – erkennen.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. Bis 1877 im Boden des Langhauses; bei Öffnung des Grabes anläßlich der Erhebung der Grabplatte wurde ein Skelett gefunden; vgl. WürttJahrbücher 1878, Heft IV, S. 97.
  2. Vgl. nr. 60.
  3. Uhland, Regesten Urbach nr. 207.
  4. Alberti III 1011; ferner F. Gand, Das verlorene Seelbuch des Klosters Maria Reuthin. Böblingen 1979, 89f. – Die Familie ist zu unterscheiden von dem Geschlecht derer von Wehingen (Lkr. Tuttlingen), das ein anderes Wappen führt; vgl. nr. 241.
  5. Vgl. Kindler v. Knobloch I 320; Alberti I 178.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 47 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0004705.