Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 25 Steinheim a. d. Murr, ev. Pfarrkirche1 1330

Beschreibung

Grabplatte für Catharina Riuhin (Rühin, weibliche Form des Namens Ruh) an der Nordostecke des nördlichen Seitenschiffes. Rechteckige Sandsteinplatte mit umlaufender Randinschrift zwischen eingehauenen Linien; die untere Zeile ist leer. Im Mittelfeld ein erhabenes gotisches Kreuz. Der Stein stammt aus dem 1643 zerstörten ehemaligen Kloster Mariental in Steinheim.2 Er soll längere Zeit als Einfassung für eine Dunglege gedient haben, ehe er im Jahre 1952/53 renoviert und in der Kirche aufgestellt wurde.

Maße: H. 154, B. 68, Bu. 9 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 25, Nr. 025 - Steinheim a. d. Murr - 1330

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. + · CATE/RINA · RIVHIN + / + M°· CCC°· XXX°

Kommentar

Die Verstorbene war Nonne in Kloster Mariental; ihre Familienzugehörigkeit läßt sich nicht eindeutig bestimmen.3 Im Gegensatz zu anderen Steinheimer Grabinschriften ist der Text äußerst knapp gehalten.4 Der Buchstabenbestand wirkt konservativ; nur offenes E, M und X sind unzial, der Schaft des I und der Schrägbalken beim N zeigen punktförmige Verdickungen.

Anmerkungen

  1. Patrozinium St. Martin oder St. Veit; vgl. Theil, in: Heimatbuch der Stadt Steinheim an der Murr (1980) 54.
  2. Zu Lage und Geschichte des Klosters vgl. nr. 10.
  3. Der Name Ruh läßt sich mit der Patrizierfamilie Ru(c)h aus Schwäbisch Gmünd in Verbindung bringen, aber ebenso mit den niederadligen Rau von Winnenden (Rems-Murr-Kreis); vgl. Alberti I 511 und II 1069.
  4. Vgl. nrr. 11, 12, 21.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 25 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0002505.