Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 11 Steinheim a. d. Murr, ev. Pfarrkirche1 1297

Beschreibung

Grabplatte der Burcsint von Heinriet in der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes. Rechteckige Platte aus braunem Sandstein mit umlaufender Randinschrift zwischen eingehauenen Linien. Eine fünfte Zeile ist ohne Begrenzungslinien im oberen Mittelfeld eingehauen. Im Mittelfeld ein skulptiertes Kreuz, der Schaft flankiert von zwei Wappenschilden. Der Stein befand sich ursprünglich im Kreuzgang des Klosters Mariental in Steinheim.2 Die Inschrift wurde 1952 durch fehlerfahte Ausmalung verdorben, ist aber noch lesbar.

Maße: H. 194, B. 72, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 25, Nr. 011 - Steinheim a. d. Murr - 1297

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. + ANNO · DO/MINI · M · CC · L · XXXX · VII · + BURCS/[I]NT · [D]E · H/EHENRIET · NATA · [I]ACET · HIC ·/ TUMVLATA

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1297. Burcsint, geborene von Heinriet, liegt hier begraben.

Wappen:
HeinrietBlankenstein

Kommentar

Burcsint von Heinriet, aus edelfreiem Geschlecht3, war allem Anschein nach Nonne im Dominikanerinnenkloster Mariental. Ihre Mutter war eine geborene von Blankenstein. Damit ist Burcsint mit der Klosterstifterin Elisabeth von Steinheim doppelt verwandt, denn deren erster Mann war Gerung von Heinriet, der zweite – und Mitstifter des Klosters – war Berthold von Blankenstein.4 Der Buchstabenbestand zeigt unziales, halbgeschlossenes M neben kapitalem N, geschlossenes E, aber noch offenes C, kapitales und pseudo-unziales A.

Die Grabschrift (ohne die Datierung) bildet einen leoninischen Hexameter.

Anmerkungen

  1. Patrozinium St. Martin oder St. Veit: Theil, in: Heimatbuch der Stadt Steinheim an der Murr (1980) 54.
  2. Lageplan des Klosters bei Senftleber, in: Steinheim an der Murr (1953) 65.
  3. Namengebender Ort Oberheinriet (Gem. Untergruppenbach, Lkr. Heilbronn). Alberti I, 293.
  4. Vgl. nrr. 10, 169.

Nachweise

  1. Senftleber (wie Anm. 2) 55 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 11 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0001106.