Die Inschriften des Landkreises Ludwigsburg

Vorwort

Die Bearbeitung des vorliegenden Bandes erfolgte in den Jahren 1981–1985 und konnte in relativ kurzer Zeit bewältigt werden, weil das Bearbeitungsgebiet innerhalb der neuen Kreisgrenzen unter zwei Autoren aufgeteilt war. Hans Ulrich Schäfer (Ulm) hat den östlichen Teil des Landkreises Ludwigsburg zuzüglich einiger Orte westlich des Neckars inventarisiert und bearbeitet. Er konnte dabei auf das Material seiner 1965 bei Professor Dr. Hansmartin Decker-Hauff (Tübingen) begonnenen Zulassungsarbeit zurückgreifen. Alle Städte und Ortschaften westlich des Neckars sind von Anneliese Seeliger-Zeiss neu inventarisiert und bearbeitet worden. Im Register der Standorte sind die Siglen der Verfasser jeweils bei den von ihnen bearbeiteten Orten angegeben.

Wertvolle Hilfe leisteten zahlreiche Institutionen, so die Pfarrämter des Landkreises, die Bürgermeister und Ortsvorsteher der Städte und Gemeinden, das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in Stuttgart, das Hauptstaatsarchiv und die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart, das Stadtarchiv in Ludwigsburg und die Vertreter der örtlichen Vereine für Heimatgeschichte, die Museen und Sammlungen und die Bauverwaltungen, nicht zuletzt die Besitzer historischer Gebäude. Für besondere Anregungen und Hilfe nennen wir stellvertretend für einen großen Kreis von Freunden und Kollegen namentlich besonders Herrn und Frau Professor Dr. Peter Doerfel (Ludwigsburg), Herrn Professor Dr. Kurt Bachteler (Großsachsenheim), Herrn Erich Buhl (Hohenhaslach), Herrn Pfarrer i. R. Gerhard Braun (Schwieberdingen), Herrn Gerhard Hessenthaler (Vaihingen a. d. Enz), Herrn Pfarrer i. R. Erwin Mickler (Bietigheim-Bissingen), Herrn Eugen Munz (Marbach am Neckar), Herrn Apotheker Markus Otto (Bissingen), Herrn Kurt Sartorius (Bönnigheim), Herrn Professor Dr. Ernst Schmidt (Vaihingen a. d. Enz), Herrn Professor Dr. Manfred Tripps (Heilbronn), Herrn Manfred Wamsler (Vaihingen a. d. Enz).

Beide Autoren danken der Leiterin der Forschungsstelle, Frau Dr. Renate Neumüllers-Klauser, sehr herzlich für die unermüdliche Unterstützung in allen Phasen der gemeinsamen Arbeit.

Heidelberg und Ulm, im Mai 1986

Anneliese Seeliger-Zeiss

Hans Ulrich Schäfer

1. Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

Der vorliegende Band enthält die Inschriften des Landkreises Ludwigsburg und umfaßt die Zeit bis zum Jahre 1650. Das Manuskript wurde 1985 abgeschlossen. Einbezogen sind Gegenstände aus öffentlichen und privaten Sammlungen, soweit ihre Herkunft aus dem Kreisgebiet mit einiger Sicherheit festzustellen war. Berücksichtigt wurden auch jene Inschriften, die nur noch archivalisch oder literarisch überliefert sind. Eine vollständige Erfassung wurde zwar angestrebt, konnte aber nicht zum Ziel gesetzt werden.

Die Anordnung des Bandes ist chronologisch und folgt den für das Inschriften-Unternehmen der Deutschen Akademien erarbeiteten Grundsätzen. Ausgeschlossen bleiben – konsequenter noch als in den vorangehenden Bänden – Runen, Hauszeichen, Steinmetz- und sonstige Meisterzeichen, Goldschmiede- und Beschauzeichen, Zahlen, Monogramme und sonstige Einzelbuchstaben, sofern sie nicht in Verbindung mit einer Inschrift auftreten oder als Erbauungsdaten von Gebäuden oder aus ähnlichen Gründen besonders wertvoll erscheinen. Denkmäler, die ihrer Gattung nach als Inschriftenträger anzusprechen sind – wie z. B. Grabmal-Fragmente –, deren Inschriften jedoch nicht fragmentarisch, literarisch oder durch Bildquellen überliefert sind, wurden nicht aufgenommen; jedoch sind entsprechende Hinweise auf den Standort in die Anmerkungen eingefügt worden. Diese Einschränkung erfolgt zugunsten der Beibehaltung der bisherigen Zeitgrenze von 1650, deren historische Relevanz mit Rücksicht auf die Struktur des Kreisgebietes schwerwiegend genug schien, um eine Zurücknahme auf 1550 auszuschließen.

In der Kopfzeile ist jeweils oben links die laufende Nummer der Inschrift vermerkt. Die verlorenen (kopial überlieferten) Inschriften sind mit einem lateinischen Kreuz neben der laufenden Nummer gekennzeichnet. In der Mitte der Kopfzeile befindet sich die Standortangabe, rechts die Datierung, die in der Regel dem Text der Inschrift entnommen ist. Undatierte Inschriften sind auf ein halbes oder ganzes Jahrhundert eingegrenzt und am Schluß des betreffenden Zeitraums in alphabetischer Reihenfolge eingeordnet. Undatierte Inschriften, die sich zwischen zwei bestimmte Jahre oder Jahrzehnte eingrenzen lassen, stehen jeweils am Ende des ermittelten Zeitraums. Bei Inschriften mit fraglicher Entstehungszeit steht neben der Jahreszahl ein Fragezeichen; bei umstrittenen Datierungen steht die Jahreszahl mit Fragezeichen in runden Klammern. In diesen Fällen wird im Kommentar zur Datierung Stellung genommen.

In den auf die Kopfzeile folgenden Absätzen finden sich die Angaben über die Gattung des Inschriftenträgers und die in der Inschrift genannten Personen, die spezielle Standortangabe (orientiert nach den Himmelsrichtungen) und eine knapp gehaltene Beschreibung des Inschriftenträgers mit Angaben über das Material, die Anbringung der Inschrift und den Erhaltungszustand. Die Beschreibung erfolgt stets vom Beschauer aus; lediglich für Wappenbeschreibungen (Blasonierungen) ist der heraldische Standort maßgebend. Mehrere Inschriften eines Inschriftenträgers sind mit A, B, C usw. bezeichnet. Die Beschreibung schließt mit Angabe der Maße des Inschriftenträgers (in cm) und der Buchstaben und mit genauer Bezeichnung der Schriftart. Die Größe der Schrift ist nach dem Normalwert des Buchstabens N bzw. n angegeben; bei variierenden Schriftgrößen werden kleinste und größte Buchstabenmessungen vermerkt. Die Angabe der Schriftart folgt den Nomenklaturen: romanische Majuskel, gotische Majuskel, gotische Minuskel, Fraktur, Kapitalis bzw. Bastard-Kapitalis, humanistische Minuskel. Sonderformen der Schrift werden im Kommentarteil näher beschrieben.

Die Texte der Inschriften sind eingerückt; sie sind aus Gründen der Platzersparnis nicht zeilenweise abgesetzt. Zeilenumbruch auf dem Inschriftenträger ist durch Schrägstrich gekennzeichnet, Übergang auf ein anderes Inschriftenfeld durch doppelten Schrägstrich. Gereimte Inschriften sind nach Möglichkeit zeilenweise abgesetzt, wenn das Original den Reim berücksichtigt. Kopial überlieferte Inschriften nennen vor dem Inschriftentext den Nachweis des Gewährsmannes, nach dem die Inschrift zitiert ist. Abkürzungen werden – entsprechend dem Leidener Klammersystem – aufgelöst und in runde Klammern gesetzt; das Kürzungszeichen fällt weg. Überschriebene Buchstaben werden im Druckbild heruntergerückt; dagegen werden überschriebene Buchstaben bei Zahlen – die Casus-Endungen bei Ordinalzahlen und dgl. – als kleine überschriebene Buchstaben beibehalten und rechts oben nach der [Druckseite X] Zahl hochgestellt. Ergänzungen zerstörter Textteile werden bei der Wiedergabe der Inschrift in eckige Klammern gesetzt, nicht ergänzbare Lücken sind durch Pünktchen gekennzeichnet. Im Original freigelassene Stellen – nicht ausgefüllte Sterbedaten usw. – werden durch spitze Klammern kenntlich gemacht, ebenso in jüngerer Zeit hinzugefügte Textteile – z. B. nachträglich eingemeißelte Sterbedaten. Über die genauere Natur dieser Textteile gibt der Kommentar Aufschluß. Unmittelbar unter dem Inschriftentext steht bei fremdsprachigen Texten eine Übersetzung. Auf diese wird nur bei formelhaften, häufig wiederkehrenden Inschriften verzichtet.

Im Kommentarteil steht zu Beginn die Auflösung der Datierung, sofern sie nach dem römischen oder dem mittelalterlichen Festkalender erfolgte. Daran schließt sich der Nachweis oder – wenn die Wappen unbekannt sind – die Beschreibung der vorhandenen Wappen in der Reihenfolge, in der sie auf dem Denkmal erscheinen (l. o., r. o., l. u., r. u. usw. ). Ein Mittelwappen wird stets als erstes benannt.

Daran schließen sich Angaben zum Inhalt der Inschrift bzw. zu den in der Inschrift genannten Personen, Sachen, Bauten oder Vorgängen. Es folgen ergänzende Angaben zur Form und Technik der Inschriftenanbringung und – wenn möglich – Überlegungen zur Zuweisung an eine bestimmte Werkstatt. Am Schluß stehen Bemerkungen zur Schriftform und Hinweise auf besondere sprachliche oder metrische Formen.

Der kritische Apparat weist in den Buchstabenanmerkungen auf abweichende, fragliche oder ergänzte Stellen, auf orthographische Besonderheiten oder fehlerhafte Stellen im Text hin; die Buchstabenexponenten beziehen sich daher immer nur auf die eigentliche Edition. Die Ziffernanmerkungen dagegen geben Zitatnachweise, Literaturnachweise und zusätzliche Erläuterungen zur gesamten Bearbeitung einer Inschrift, soweit dies erforderlich erscheint.

Die am Schluß jeder Inschriftenbearbeitung angegebenen Quellen- und Literaturnachweise berücksichtigen vollständige Wiedergaben des Inschriftentextes und Erwähnungen; bei letzteren wird keine Vollständigkeit angestrebt. Abbildungen werden jeweils besonders erwähnt.

Die Register am Schluß des Bandes erschließen die edierten Texte nach den verschiedensten Gesichtspunkten, um die Auswertung zu erleichtern. Die Verweise gelten dabei jeweils für die laufende Nummer der Inschrift. Das Register der Personen- und Ortsnamen enthält alle Namen aus den Inschrifttexten. Vornamen als Stichwörter wurden nur aus den früheren Inschriften übernommen, aus späteren Inschriften nur dann, wenn der Familienname zerstört oder unlesbar ist. Namen von weiblichen Personen stehen im Register sowohl unter dem Namen des Ehemannes, als auch unter dem Geburtsnamen. Aufgelöste Monogramme sind beim vollen Namen angegeben. Das Wappenregister verzeichnet alle vorkommenden Wappen entweder mit dem Nachweis oder – falls das Wappen nicht gedeutet werden konnte – mit einer Kurzbeschreibung. Titel, Stände und Berufe sind zu einem Register zusammengefaßt; ergänzend dazu ist das Register der Epitheta zu Namen und Titeln aufzufassen.

Den Abbildungen liegt kein einheitlicher Abbildungsmaßstab zugrunde. Die photographischen Vorlagen wurden zum größten Teil im Zuge der in den Jahren 1982–85 erfolgten Bearbeitung der Inschriften am Standort neu angefertigt. Auf die Abbildung von Glocken wurde verzichtet, weil die Glocken des ehemals württembergischen Gebietes im ersten Band des Deutschen Glockenatlas inventarisiert sind. Die Reihenfolge der Abbildungen orientiert sich zwar am Katalog der Inschriften, weicht aber von ihm ab, wenn sachliche Gründe (Zuordnung gleichartiger Inschriftenträger) oder die erforderliche Rücksicht auf Ausnutzung des Satzspiegels das zweckmäßig erscheinen ließen.