Inschriftenkatalog: Landkreis Holzminden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 83: Landkreis Holzminden (2012)

Nr. 164 Golmbach, St. Gangolf 1604

Beschreibung

Inschriftentafel. Roter Sandstein. Die Inschrift befindet sich auf einem Stein über der Südtür. Darunter, auf dem Bogen der Tür, ein späterer Renovierungsvermerk.1) Die Inschrift ist wie der spätere Renovierungsvermerk eingehauen und schwarz ausgelegt. Als Worttrenner dienen Quadrangel mit Zierhäkchen.

Maße: H.: 45 cm; B.: 74 cm; Bu.: 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, d in humanistischer Minuskel.

DI 83, Nr. 164 - Golmbach, St. Gangolf - 1604

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Meike Willing) [1/1]

  1. ANNO DOMINI 1604 · / HANS KOS JOHAN SCHA/PER CONRAd LOTT AEdITVV(S) / HVIVS ECCLESIAE DIACONI ·

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1604. Die Diakone dieser Kirche Hans Kos, Johann Schaper (und) Conrad Lott, Küster.

Kommentar

Das A ist mit gebrochenem Mittelbalken, am Anfang der Inschrift einmal auch mit nach beiden Seiten überstehendem Deckbalken und gebogenem Anstrich am linken Schaft ausgeführt (ANNO); das Minuskel-d wechselt mit kapitalem D. Die gewölbte Cauda des R setzt unterhalb des Bogens am Schaft an.

Das Schiff der Kirche von Golmbach, deren Turm inschriftlich auf 1582 datiert ist,2) wurde laut einer früher in dem Schiff angebrachten Inschrift von 1603 an neu gebaut. Bis zur Anbringung der vorliegenden Inschrift war der Bau demnach bis zur Höhe des Türsturzes gelangt. Conrad Lott war jener Inschrift von 1607 zufolge der Küster, Hans Kos(s) und Johann Schaper die Diakone (Altarleute); vgl. Nr. 170. Genauso werden sie auch auf der 1610 für St. Gangolf gegossenen Glocke genannt; vgl. Nr. 179. Im Erbregister von 1585 erscheinen die Kötner Hanns Koos und Ernstt Loß.3) Ein Johann Schaper zu Warbsen Sohn – Warbsen gehörte und gehört zum Sprengel Golmbach – arbeitete im April 1589 als Maurer im Kloster Amelungsborn.4)

Anmerkungen

  1. ALTARISTE(N) JC GRIMMEN . C. JaGER / RENOV: 1723. Der Steimmetz nimmt die Formen der Inschrift von 1604 auf, was besonders deutlich am ersten A ist, das dem von ANNO (ohne Deckbalken) entspricht.
  2. Anno d(omi)ni 1582; vgl. Anhang 1.
  3. StAW 19 Alt, Nr. 44, S. 136 u. 140 (Abschrift von 1646).
  4. StAW 22 B Alt, Nr. 124, Bl. 66v.

Nachweise

  1. Kdm. Kr. Holzminden, S. 171.

Zitierhinweis:
DI 83, Landkreis Holzminden, Nr. 164 (Jörg H. Lampe und Meike Willing), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di083g015k0016403.