Inschriftenkatalog: Landkreis Holzminden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 83: Landkreis Holzminden (2012)

Nr. 149 Bevern, Am Markt 2 1598 od. früher

Beschreibung

Haus. Fachwerk. Hallenhaus mit Einfahrtstor neben einem Vorbau. Auf dem Torsturz links zwei einander zugewandte, senkrecht geschnitzte Wiegemesser, rechts ein Schlachterbeil und zwei gekreuzte Kellen, im Scheitelpunkt des Bogens ein Schöpfsieb. Darüber die geschnitzten Inschriften. Die farbig gefaßte Inschrift A beginnt über dem Scheitelpunkt des Bogens. Inschrift B verläuft in zwei Zeilen, unterbrochen vom Taubandfries des Torbogens; die übermalten, ursprünglich geschnitzten Buchstaben sind nur noch schemenhaft zu erkennen. Zwei Wortrenner in Form eines Quadrates. Am linken Ständer das teilweise verdeckte, linksschräg ausgeführte, pfeilartige Meisterzeichen (M8), das in Bevern an mehreren Bauten zu finden ist (vgl. Nr. 94, 148, 150 u. 177).

Maße: Bu.: 4-5 cm (A), 6 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 83, Nr. 149 - Bevern, Am Markt 2 - 1598 od. früher

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Meike Willing) [1/2]

  1. A

    ANNO 1598

  2. B

    GEORGE MOLL [....A]ERLE[.]Ca) · /[– – –] · R[.]E[.]RD /W[.]R [.]N GOT VERTRV[.]/[.]T W[– – –]V[.]WT1)

Versmaß: Deutsche Reimverse (B).

Kommentar

Das Haus ist vermutlich früher, als in der Inschrift angegeben, erbaut; eine dendrochronologische Untersuchung der Balken und des Dachwerks hat 1571/72 als wahrscheinliche Baujahre ergeben. Die Zeichen am Torbogen deuten auf einen Schlachter als ersten Besitzer hin. Ursprünglich als „Dreiständerhaus“ errichtet, ist das Gebäude später mehrfach umgebaut und erweitert worden.2)

Textkritischer Apparat

  1. C] Auch Lesung G möglich.

Anmerkungen

  1. Vermutlich zu ergänzen: W[E]R [I]N GOT VERTRV[E]/[W]T (HAT) W[OL GEB]V[E]WT. Vgl. Wander, Sprichwörterlexikon, Bd. 2, Sp. 90, Nr. 2200.
  2. Vgl. Zell/Klages/Böhm, Bevern, S. 29f.

Nachweise

  1. Zell/Klages/Böhm, Bevern, S. 29f. (nur A).

Zitierhinweis:
DI 83, Landkreis Holzminden, Nr. 149 (Jörg H. Lampe und Meike Willing), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di083g015k0014903.