Inschriftenkatalog: Landkreis Holzminden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 83: Landkreis Holzminden (2012)

Nr. 92 Lauenförde, Kirche 1581

Beschreibung

Taufstein. Grauer Sandstein. Runder, auf einem Fuß von vier Löwen ruhender Taufstein. Am Taufbecken sechs durch Arkaden gebildete Bogenfelder: im ersten die Jahreszahl, im zweiten ein Steinmetzzeichen (M7), im dritten und vierten je ein Wappen, im fünften Christus am Kreuz flankiert von zwei heraldischen Lilien, im sechsten ein männlicher Heiliger, vermutlich Johannes der Täufer. Unter der erhaben ausgeführten Jahreszahl, die auf einer von Rollwerk umgebenen Tafel steht, zwei erhabene Kreise; die Jahreszahl und die Kreise gelb gefaßt.

Maße: H.: 99 cm; Dm.: 72 cm; Ziffern: 8–9,2 cm.

DI 83, Nr. 92 - Lauenförde, Kirche - 1581

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Meike Willing) [1/5]

  1. · 1 · 5 · 81

Wappen:
Wrede1)Falkenberg2)

Kommentar

Die charakteristische Gestaltung der Ziffern 1 und 5 – hier eine schaftförmige, unten eingerollte 1, die am oberen Ende in ein Quadrangel übergeht, eine rechtsgewendete 5, bestehend aus Bogen, schräggestelltem Schaft und keilförmig verbreitertem Deckbalken, – findet sich ebenfalls auf einem 1581 in Derental aufgestellten, in der ganzen Gestaltung verwandten Taufstein, der auch das hier angebrachte Steinmetzzeichen trägt; vgl. Nr. 91. Ein weiteres Parallelstück von 1577 gibt es in Oberscheden.3)

Stifter des Taufsteins für die seit 1569 errichtete Kirche von Lauenförde (vgl. Nr. 76) waren Rab Otto de Wrede, seit 1574 Pfandinhaber von Lauenförde,4) und seine Frau Anna von Falkenberg. Rab Otto de Wrede wurde 1591 in der Kirche begraben; vgl. Nr. 120.

Anmerkungen

  1. Wappen Wrede (gespalten, darüber Kranz mit fünf Blüten). Vgl. Spießen, Wappenbuch, Bd. 1, S. 134; Bd. 2, Tafel 340; hier (gelb-roter Kranz vor verwechseltem Hintergrund, die aufgesetzten fünf Blüten sind nicht mehr erkennbar).
  2. Wappen Falkenberg (zwei auswärts gekehrte, aufrechte Schlüssel). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, S. 126 u. Tafel 170.
  3. Vgl. DI 66 (Lkr. Göttingen), Nr. 192 (mit Abb. 150).
  4. Vgl. Rorig, 650 Jahre Lauenförde, S. 28.

Nachweise

  1. Mithoff, Kdm. Göttingen und Grubenhagen, S. 121.
  2. Mathies, Taufbecken, S. 136 u. Abb. 190–193.
  3. Göhmann, Taufengel, S. 50f. (ohne Inschrift).

Zitierhinweis:
DI 83, Landkreis Holzminden, Nr. 92 (Jörg H. Lampe und Meike Willing), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di083g015k0009207.