Inschriftenkatalog: Landkreis Holzminden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 83: Landkreis Holzminden (2012)

Nr. 42 Hehlen, Immanuel-Kirche 2. H. 15.–1. V. 16. Jh.

Beschreibung

Kelch. Silber, vergoldet. Über kleinem Standring und schlichter Zarge ein runder Fuß mit aufgelegtem Kruzifix ohne Titulus. Auf der dem Kreuz gegenüberliegenden Seite die Inschrift A auf einem an beiden Enden eingerollten, gravierten Schriftband, glatt vor dem vertieft schraffierten Hintergrund. Die runden Schaftstücke sind glatt. Am stark abgeflachten Nodus auf den sechs Rotuli die Inschrift B, graviert und mit schwarzer Masse ausgefüllt.

Maße: H.: 14,4 cm; Dm.: 11cm (Fuß), 9,6 cm (Kuppa); Bu.: 0,5 cm (A), 0,6 cm (B).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 83, Nr. 42 - Hehlen, Immanuel-Kirche - 2. H. 15.-1. V. 16. Jh.

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Meike Willing) [1/2]

  1. A

    geseke

  2. B

    i h e s v sa)

Kommentar

Der kleine Kelch, der zwischen der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Reformation entstanden sein dürfte, wurde offenbar gestiftet von einer Frau namens Geseke. Die Stiftung muß aber nicht einer der beiden Hehlener Kirchen gegolten haben, von denen die „Obere Kirche“ bereits 1542 wüst war.1) 1753 befand er sich jedenfalls im Besitz der Hehlener Kirchengemeinde, deren Vorgängerin allerdings 1625 geplündert und der Altargeräte beraubt worden war.2)

Textkritischer Apparat

  1. i h e s v s] h e c v s 2 Corpus bonorum; die anstelle des Minuskel-i gelesene 2 ans Ende gesetzt.

Anmerkungen

  1. Vgl. Blomberg, Kirchengemeinde Hehlen, S. 12–21.
  2. Vgl. Blomberg, Festschrift, S. 49f. LkAW, Corpus bonorum von Hehlen (1753), S. 1.

Nachweise

  1. Kdm. Kr. Holzminden, S. 347.
  2. LkAW, Corpus bonorum von Hehlen (1753), S. 70.
  3. Blomberg, Festschrift, S. 54.

Zitierhinweis:
DI 83, Landkreis Holzminden, Nr. 42 (Jörg H. Lampe und Meike Willing), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di083g015k0004202.