Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 313 Wollershausen, ev.-luth. Kirche St. Marien 1611–1616

Beschreibung

Kassettendecke im Chor. Holz, bemalt. Die einzelnen Deckenfelder tragen abwechselnd Darstellungen von Propheten, Engelsköpfen und Blattwerk, im zentralen Feld ein von Engelsköpfen umgebener Strahlenkranz mit dem Tetragramm (A) umgeben von acht Feldern mit ganzfigurigen Engelsdarstellungen, die drei Engel in der 3. Kassettenreihe von Osten mit Harfe, Laute und Baß sowie jeweils einem Schriftband mit der Inschrift B darauf, die beiden Engel in der 4. Kassettenreihe von Osten zu beiden Seiten des Strahlenkranzes adorierend mit Schriftbändern über den Köpfen (C), die beiden äußeren Engel in der 5. Kassettenreihe von Osten mit einem aufgeschlagenen Buch, der mittlere mit Laute, alle drei mit Schriftbändern (D). Die Propheten sind jeweils als Brustbild in gemaltem Beschlagwerkrahmen dargestellt, der von Rankenwerk umgeben ist, und sind durch einen Titulus zu beiden Seiten des Kopfes oder auf einem Schriftband bezeichnet: in der 1. Kassettenreihe von Osten Daniel (E) und Zacharias (F), in der 2. Reihe Jonas (G), Hosea (H) und Joel (I), in der 4. Reihe rechts außen Amos (J), in der 6. Reihe Jesaia (K), Jeremia (L), David (M) und Ezechiel (N).

Maße: Bu.: 3–5 cm, 8 cm (Hebräisch).

Schriftart(en): Hebräisch (A), Fraktur (B–D), Kapitalis (E–N).

  1. A

    יהוה

  2. B

    Heilig // Heilig // Heilig

  3. C

    Jst vnser gott // Jst vnser gott

  4. D

    Der herre szebaoht // Der herre szebaoht // Der herre szebaoth 1)

  5. E

    DANIEL

  6. F

    ZACHARIAS

  7. G

    IONAS

  8. H

    OSEA

  9. I

    IO//HEL

  10. J

    AMOS

  11. K

    IESAIAS

  12. L

    IERE//MIAS

  13. M

    DAVID

  14. N

    EZECH/IEL

Kommentar

Die Kassettendecke gehört zu der Originalausstattung des nach dem Tod Johanns von Minnigerode im Jahr 1611 durch dessen Witwe Dorothea von Hanstein errichteten Choranbaus (vgl. dazu Nr. 309). Sie kann auf die Zeit zwischen 1611 und 1616 datiert werden, da die Kirchendecke bei der Errichtung der Grabdenkmäler Nr. 309 und 310 und des vor dem Epitaph angebrachten, auf 1616 datierten Gitters Nr. 311 bereits fertig gewesen sein dürfte.

Anmerkungen

  1. Jes. 6,3.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 205.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 313 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0031303.