Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 312(†) Wollershausen, ev.-luth. Kirche St. Marien 1611–1616

Beschreibung

Epitaph des Hans von Minnigerode. Holz, farbig gefaßt, mit Gemälde. Es handelt sich um ein hochrechteckiges Gemälde in einem breiten, von Rollwerk umgebenen Rahmen. Das Gemälde zeigt eine Familie unter dem Kruzifix kniend, links der Vater mit drei Söhnen, rechts die Mutter mit zehn Töchtern, am Kreuz der Titulus A. Oben als Bekrönung eine mit Kugeln besetzte Tafel, die früher möglicherweise einen Wappenschild oder eine Inschrift trug. Den unteren Abschluß des Epitaphs bildet eine Kartusche mit der in Gold auf schwarzem Grund gemalten Inschrift B. Diese Inschrift ist den Renovierungsakten zufolge 1929/30 aufgrund alter Aufzeichnungen wieder angebracht worden, da die alte Fassung bis auf wenige Buchstaben abgeplatzt war.1) Die heutige Inschrift ist daher als kopiale Überlieferung anzusehen, die den Text der ursprünglichen Inschrift offenbar normalisiert wiedergibt.

Maße: H.: 193,5 cm; B.: 120 cm; Bu.: 2 cm (A), 1,5–2 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis (A), Fraktur (B).

DI 66, Nr. 312 - Wollershausen, ev.-luth. Kirche St. Marien - 1611–1616

 Sabine Wehking [1/2]

  1. A

    I(ESUS) · N(AZARENUS) R(EX) · I(UDAEORUM) 2)

  2. B†

    Zu Gottes Ehre und zum Gedächtnis des tapferen u(nd) frommen Ritters / Hans V. von Minnigerode / welcher das Haus Lauterberg anno Christi 1397 eroberte, wofür er vom Hertzog / Friedrich von Grubenhagen Wollershausen mit Gericht u(nd) allen Gerech-/tigkeiten als Lehen bekam. Er verkaufte Dorf u(nd) Sitz Minnigerode / an Duderstadt u(nd) erwarb 1410 den Adelssitz Gieboldehausen, woselbst / er anno 1411 starb. Er hinterließ seine 2. Frau Eva von Bila / 3 Söhne, 7 Töchter und 3 Schwieger/töchter.

Kommentar

Das Epitaph dürfte zu der Erstausstattung der nach dem Tod des Johann von Minnigerode im Jahr 1611 von dessen Witwe Dorothea von Hanstein umgebauten Kirche gehören (vgl. dazu Nr. 309). Es erinnert an die Erwerbung Wollershausens durch Hans von Minnigerode im Jahr 1397.

Anmerkungen

  1. Renovierungsakten der Kirche Wollershausen im Pfarrarchiv der ev.-luth. Kirche in Gieboldehausen. Die alte Aufzeichnung der Inschrift, die in der Renovierungsakte erwähnt ist, ließ sich nicht finden.
  2. Io. 19,19.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 312(†) (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0031206.