Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 310 Wollershausen, ev.-luth. Kirche St. Marien 1616

Beschreibung

Grabplatte des Johann von Minnigerode. Grauer Quarzit mit weißen Gipsintarsien, weißer Marmor (zum Material vgl. Nr. 309). Über die Platte verläuft zeilenweise die eingehauene und mit weißem Gips ausgefüllte Inschrift A. Darüber und darunter in den Ecken runde Medaillons in weißem Marmor mit Vollwappen im Relief, darüber dem Bogen des jeweiligen Medaillons folgend Wappenbeischriften (B), ebenfalls als Intarsien ausgeführt.

Maße: H.: 178 cm; B.: 97 cm; Bu.: 3,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, mit Versalien an den Satzanfängen (A).

DI 66, Nr. 310 - Wollershausen, ev.-luth. Kirche St. Marien - 1616

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    ANNO 1611. DEN / 7. APRILIS IST DER ED/LER GESTRENGER VNDEHRNVESTER / IOAN VON MINNIGERODA, IM HERRN SE=/LIG ENTSCHLAFE(N), SEINES ALTERS IM 55. / IHARE. HIOB. 19. / ICH WEIS, DAS MEIN ERLÖSER LEBET / VND ER WIRD MICH HERNACH AVS DER / ERDEN AVFERWECKEN, VND WERDE MIT / DIESER MEINER HAVT VMBGEBEN WER=/DEN, VND WERDE IN MEINEM FLEISCH / GOTT SEHEN, DENSELBIGEN WERDE ICH / MIHR SEHEN VND MEINE AVGEN WERDE(N) / IHN SCHAWEN VND KEIN FREMBDER. 1) / JOHAN: 1. / DAS BLVT IESV CHRISTI GOTTES SOHN / MACHT VNS REHN VON ALLEN SVNDEN. 2)

  2. B
    MINNIGERODA.3) RVXLEBEN.a) 4) 
    HANSTEIN.5) BVLTZLEBEN.a) 6) 

Kommentar

Zur Anfertigung und Datierung der Grabplatte, zur Schriftbeschreibung und zur Biographie des Johann von Minnigerode vgl. Nr. 309. Die Wappen auf der Grabplatte beziehen sich nicht nur auf Johann von Minnigerode, sondern auch auf seine Ehefrau Dorothea von Hanstein, für die die Grabplatte wohl ebenfalls bestimmt war.

Textkritischer Apparat

  1. V mit zwei Punkten zur Bezeichnung des Umlauts.

Anmerkungen

  1. Hi. 19,25–27.
  2. 1. Jh. 1,7.
  3. Wappen Minnigerode (aufgerichteter, nach rechts gekrümmter Angelhaken). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 9, S. 13 u. Tafel 14.
  4. Wappen Rüxleben (geteilt). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, S. 341 u. Tafel 394.
  5. Wappen Hanstein (drei Mondsicheln, 2:1). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 9, S. 8 u. Tafel 9.
  6. Wappen Bülzingsleben (behelmter Löwe, Helm mit Fähnlein besteckt). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, S. 103 u. Tafel 135.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 310 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0031002.