Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 177 Reinhausen, ev.-luth. Kirche St. Christophorus 1569

Beschreibung

Grabplatte des Christoph Wolf von Gudenberg. Gußeisen. Die Platte ist an der südlichen Chorwand aufgestellt. Im Innenfeld im Flachrelief die gedrungene Gestalt eines Mannes in Rüstung mit Helm, Schwert und Handschuhen, seine Hände sind zum Gebet gefaltet. Die Inschrift A verläuft in erhabenen Buchstaben in vertiefter Rahmenzeile um die Platte, die Inschrift B steht ebenfalls in erhabenen Buchstaben auf einem zweizeiligen Schriftband mit eingerollten Enden oben im Innenfeld. Darunter ist die Angabe der zugehörigen Bibelstelle eingeritzt (C). In den Ecken des Innenfeldes vier Vollwappen mit Beischriften in erhabenen Buchstaben auf Schriftbändern darüber (D).

Maße: H.: 186,5 cm; B.: 100 cm; Bu.: 8 cm (A), 4 cm (B), 2,6 cm (C), 0,8 cm (D).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 66, Nr. 177 - Reinhausen, ev.-luth. Kirche St. Christophorus - 1569

 Sabine Wehking [1/2]

  1. A

    ANNO DOM(INI) · 1569 · IST · DER EDLER / VND · ERNTVESTER CHRISTOFFEL · WVLFF · VON · GVDENBV/RGK · IM · HERRN · CHRISTIa) / ENTSCHLAFFEN · DES · XV · TAGES · FEBRVARII · DEM · GOT · GENAT

  2. B

    CHRISTVS · IST · MEIN · LEBEN / VND STERBEN MEI(N) GEWVN 1)

  3. C

    PHILIPER : I

  4. D
    DIE WVLFFE2)  BEINNEBVRGK3) 
    ZV//RASb) 4)  [..]ND[...]ANCKEN5) 

Kommentar

Christoph Wolf von Gudenberg war seit 1564 Amtmann und Pfandinhaber des Klosters Reinhausen, dessen Güter nach der Durchführung der Reformation 1542 unter landesherrliche Verwaltung gestellt worden waren.6) Zu seiner Ehefrau vermerkt Letzner: Darnach wardt das Kloster Reinhausen wiederum einem heßischen Edelman Christoffel Wolff genandt Pfandesweise zu gebrauchen, und zu bewohnen eingethan. An deßelben weibe ist die Prophecey eines Münches daselbst, der gesaget, daß zu Reinhausen zu seiner Zeit eine solche verenderung einfallen und werden würde, daß die Wolfinne hinter dem Altar gebähren würde, erfüllet, wie das viele fromme Leute wißen und bezeuget haben.7)

Textkritischer Apparat

  1. T ohne Balken.
  2. Der vordere Teil des Schriftbandes ist leer.

Anmerkungen

  1. Phl. 1,21.
  2. Wappen Wolf von Gudenberg (quadriert, 1. u. 4. schreitender Wolf, 2. u. 3. Löwe). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, S. 456 u. Tafel 495.
  3. Wappen Boyneburg (quadriert). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 1, S. 28 u. Tafel 24.
  4. Wappen Zuras? (Balken, darüber ein Stern).
  5. Wappen ? (Pferderumpf mit Zaumzeug).
  6. Lücke, Klöster, S. 25. Lustig, Reinhausen, Liste der Amtmänner im Anhang (o. S.).
  7. Letzner, SUB Göttingen, Ms. Hist. 248, p. 1146.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 181 (A–C).
  2. Lücke, Garte, S. 191 (A–C).
  3. Lücke, Klöster, S. 25 (A), Abb. Nr. 8, S. 8/9.
  4. Ulbrich, Reinhausen, S. 23 (A) mit Abb.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 177 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0017707.