Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 168 Hann. Münden, Burgstr. 8 1564

Beschreibung

Schwellbalken am Hinterhaus.1) Der zweigeschossige traufenständige Fachwerkbau mit Zwerchhaus und verputztem Untergeschoß trägt auf dem Schwellbalken des vorgekragten Obergeschosses zum Hof hin eine Inschrift, deren Buchstaben erhaben in vertiefter Zeile ausgeführt und in Gold auf Braun gefaßt sind. Am Ende des Balkens eine Hausmarke (H8).

Maße: Bu.: 12 cm.

Schriftart(en): Frühhumanistische Kapitalis.

DI 66, Nr. 168 - Hann. Münden, Burgstr. 8 - 1564

 Sabine Wehking [1/4]

  1. · DEIN · WORT · IST · MEIN · TROST · 2) GOT · DER · HER · GIBT · FREVD · VND · EHRE · HANS · BRANDES · AM · 27 · MARTYa) · 64

Kommentar

Die Worttrenner in Form von Quadrangeln mit Zierhäkchen nach oben und unten. Bei der Schrift handelt es sich um dieselbe Form der frühhumanistischen Kapitalis wie an den Häusern Burgstr. 4 und Lohstr. 18 (Nr. 167 u. 165, zur Schriftbeschreibung s. dort). Es dürfte sich in allen drei Fällen um dieselbe Werkstatt gehandelt haben.

Hans Brandes amtierte von 1542 bis 1578 als Ratsherr der Stadt Münden.3) Die Kirchenrechnung von St. Blasius verzeichnet ihn im Oktober 1578 unter der Rubrik Leinwand (vgl. Nr. 161) als verstorben.4)

Textkritischer Apparat

  1. Das Y ohne Schaft, bestehend aus einer unten nach rechts umgebogenen linken und einer unten nach links abgeknickten rechten Haste, dadurch deutlich von IJ oder V unterschieden.

Anmerkungen

  1. Burgstr. 2 / No. 118.
  2. Nach Ps. 119,50.
  3. Ritter, Verfassung, S. 31.
  4. Pfarrarchiv St. Blasius, Hann. Münden, KR I. 3., fol. 62r.

Nachweise

  1. StA Hann. Münden, Handschrift Lotze, Bd. 1, p. 431.
  2. Wegner, Häuserspuren.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 168 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0016808.