Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 72 Hann. Münden, ev.-luth. Kirche St. Blasius 1488

Beschreibung

Epitaph der Katharina Ludemann(?). Sandstein. Das Epitaph ist in eine oben mit einem geschweiften Bogen abgeschlossene Nische links über dem Eingangsportal an der Südseite eingelassen. Es handelt sich um einen querrechteckigen Stein mit abgeschrägten oberen Ecken. Um den Stein verläuft in vertiefter Zeile die erhaben gehauene Inschrift. Im vertieften Innenfeld ein Relief, das Maria mit dem Kind auf einem Sockel zeigt, ihr zu Füßen eine kniende Gestalt in langem Mantel, darüber ein großer Wappenschild. Links außen die Figur des heiligen Georg mit Märtyrerpalme und Schwert, zu seinen Füßen der Drache, rechts außen Barbara mit dem Turm.

Maße: Bu.: ca. 4 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 66, Nr. 72 - Hann. Münden, ev.-luth. Kirche St. Blasius - 1488

 Sabine Wehking [1/1]

  1. a(nno) · d(omini) · 14·88a) · ob[ii]t / · kath/rina · ludema/neb) · i(n) · die · anne1) [....] / a(n)i(m)a · r(e)q(uie)s(ca)t · i(n) · pace · / am(en) ·

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1488 starb Katharina Ludemann am Annentag. Ihre Seele ruhe in Frieden. Amen.

Wappen:
Ludemann?2)

Kommentar

Der Name Ludemann läßt sich in den abschriftlich überlieferten Schoßlisten von 1441 und 1525 nachweisen. In beiden Jahren ist jeweils ein Hans Ludemann als Hausbesitzer in Münden verzeichnet.3) Eine Katharina Ludemann ließ sich nicht nachweisen.

Textkritischer Apparat

  1. Schlingenförmige 4.
  2. ludemane] munfellen Brethauer. Die Lesung ist nicht ganz sicher, da die ersten beiden Buchstaben des Nachnamens und der vorletzte Buchstabe im oberen Teil beschädigt sind. Allerdings kommt die Lesung Brethauers schon deshalb nicht in Betracht, weil es sich bei dem dritten Buchstaben zweifelsfrei um ein d handelt. Die übrigen Überlieferungen geben lediglich als ersten Buchstaben ein m an.

Anmerkungen

  1. 26. Juli.
  2. Wappen Ludemann? (geöffnete Tuchschere).
  3. StA Hann. Münden, Nachlaß Bernhard Uhl, M1/2/22, 1441 (fol. 5a) domus Hans Ludemann, (fol. 5b) Hans Ludemann; 1525 (fol. 7v) Hans Ludemann. Brethauer, Münden 2, S. 77f., weist das Epitaph einer Katharina Munfellen zu (zur Lesung vgl. Anm. b), obwohl er den Familiennamen erst im 18. Jahrhundert in Münden nachweisen kann.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 141.
  2. Lotze, St. Blasii-Kirche, S. 20.
  3. Otto Mittelacher, Ein spätgotisches Epitaph. In: Unsere Heimat, Beilage der Mündenschen Nachrichten vom 5. Dezember 1950 (unvollständig).
  4. Karl Brethauer, Ein Mündener Epitaph, zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Familie Munfellen. In: Niedersachsen 66, 1966, S. 34–38, hier S. 36, Abb. S. 35.
  5. Brethauer, Münden 2, S. 78, Abb. S. 77.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 72 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0007207.