Inschriftenkatalog: Landkreis Göttingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 66: Lkr. Göttingen (2006)

Nr. 21† Duderstadt, kath. Kirche St. Cyriakus 1394/1737

Beschreibung

Andachtsbild des Bertram Sothen. Sandstein. Der hochrechteckige Stein ist außen in die Nordwand zwischen dem vierten und fünften Pfeiler von Westen her eingesetzt. Im vertieften Innenfeld im Relief Christus in den Wolken, die linke Hand segnend erhoben, mit der rechten deutet er auf die Seitenwunde. Unter dem Christusbild knien ein Mann und eine Frau, die Hände im Gebet gefaltet, zwischen ihnen ein großer Wappenschild. Nach der älteren Überlieferung hielt die rechte Hand eine Siegesfahne,1) die heute nicht mehr vorhanden ist. Das Relief ist die 1737 angefertigte Kopie eines Reliefs von 1394. Die drei ersten Zeilen der Inschrift über dem Relief können als kopiale Überlieferung der alten Inschrift gelten. Die erste, dritte und vierte Zeile sind eingehauen, die zweite Zeile war in schwarzer Farbe aufgemalt und ist heute bis auf geringe Farbspuren vollständig verwittert. Möglicherweise hatte der Bildhauer von 1737 die Ausführung der zweiten Zeile vergessen, so daß diese in der Wölbung über dem nach oben abschließenden Fries nachträglich hinzugefügt wurde. Am Ende der Inschrift die Meistermarke des Bildhauers Süssemann.

Inschrift ergänzt nach UB Duderstadt.

Maße: H.: 167 cm; B.: 123 cm; Bu.: 4–5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 66, Nr. 21 - Duderstadt, kath. Kirche St. Cyriakus - 1394/1737

 Sabine Wehking [1/1]

  1. SVMME DEVS, ROGO TE PECCATA REMIttE PRECANT[I] / [VT TVA CRVX IESV SIT MEA SANCTA QVIES] / 1394 HANC DOMINVS BERtRAM DE SOtHEN PONERE /= IVSSIT. / 1737 EXSCVLPSIT NOVITER SÜSSEMAN EF=/FIGIEM.

Übersetzung:

Höchster Gott, ich bitte dich, vergib dem Bittenden die Sünden, damit dein Kreuz, Jesus, mein heiliger Ruheort sei. 1394 ließ Herr Bertram von Sothen dieses (Denkmal) setzen. 1737 meißelte Süssemann das Bildwerk neu.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Wappen:
Sothen2)

Kommentar

Zu Bertram Sothen vgl. Nr. 22. Der Bildschnitzer und Bildhauer Johannes Süssemann läßt sich von 1746 bis 1766 als Mitglied der Gemeinde St. Godehard in Hildesheim nachweisen.3)

Anmerkungen

  1. Engelhardt, Cyriacuskirche, S. 13, u. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 27.
  2. Wappen Sothen (Muschel). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 9, S. 25 u. Tafel 27.
  3. Friedrich Bleibaum, Bildschnitzerfamilien des Hannoverschen und Hildesheimischen Barock. Straßburg 1924 (Studien zur deutschen Kunstgeschichte 227), S. 9. Vgl. a. Thieme/Becker, Künstlerlexikon, Bd. 32, S. 276.

Nachweise

  1. UB Duderstadt, Nr. 201, S. 136.
  2. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 27.
  3. Engelhard, Cyriacuskirche, S. 13, Anm. 6.

Zitierhinweis:
DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 21† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0002100.