Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 449 Faurndau (Stadt Göppingen), ehem. Freihof, Bandhaus (Im Freihof 15) 1624

Beschreibung

Wappenstein des Ehepaars Bernhard Schaffalitzky von Mukodell und Margareta Elisabeth geborene von Witzleben. Außen an der Nordseite, über dem Rundbogenportal als Schlußstein eingefügt. Zwei Werkstücke: oben flachrechteckiger Stein mit Initialen (A) unter vorkragendem Sims; darunter ein schmalerer, fast quadratischer Stein mit Allianzwappen in hohem Relief und – in einer gerahmten Sockelzone – der Jahreszahl (B). Gelber Sandstein, stark verwittert; Ränder weggebrochen, Oberfläche stellenweise abgeplatzt; ringsum mit Farbe und Putz überschmiert.

Ergänzungen nach Pfarrbeschreibung Faurndau und Kdm Göppingen.

Maße: H. (Gesamt) 58, B. 60, Bu. 3,1 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 41, Nr. 449 - Faurndau - 1624

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    [B(ernhard) ·]a) S(chaffalitzky) · V(on) · M(ukodell)M(argareta) E(lisabeth)b) · S(chaffalitzky) · G(eborene) · W(itzleben)

  2. B

    [1]6̣·2[4]

Wappen:
Schaffalitzky von Mukodell1, Witzleben.

Kommentar

Der dem mährischen Adel entstammende Bernhard Schaffalitzky besaß den reichsritterschaftlichen Ort Freudental (LKr. Ludwigsburg), nach dem er sich zubenannte2. Seinen Besitz des Faurndauer Freihofs (Kauf 1623) und vorgenommene Baumaßnahmen dokumentierte er durch die Anbringung des Wappensteins und einer weiteren Wappentafel von 1626 (nr. 455). Schaffalitzky starb am 21. Oktober 1641 in Frankreich als Offizier in französischen und schwedischen Diensten im Alter von 51 Jahren und liegt in der Johanniskirche zu Brackenheim (LKr. Heilbronn) begraben. Seine Frau starb 1661 und fand ebenfalls in Brackenheim ihre letzte Ruhe. Beider Grabplatten sind dort erhalten.

Der Faurndauer Freihof, zu dessen Zubehör bis um 1620 auch ein Schwefelbrunnen mit Badehaus („Lengenbad“) gehörte, wird 1477 erstmals urkundlich bezeugt3. Der Vorbesitzer Schaffalitzkys, der württembergische Rat Johannes Moser, hatte zu Beginn des 17. Jahrhunderts die völlige Steuerfreiheit und die Niedergerichtsbarkeit für das Gut erwirkt. In Schaffalitzkyschem Besitz blieb der Freihof bis 16754.

Textkritischer Apparat

  1. Stelle überputzt.
  2. ME ligiert.

Anmerkungen

  1. Vgl. Alberti 675.
  2. 1590 bis 1685 im Besitz der Familie, vgl. LdBW III 382. Zur Biographie vgl. Gerhard Aßfahl, Bernhard Schaffalitzki von Muckendell. Offizier, Diplomat und Freund von Kunst und Wissenschaft, 1591–1641, in: Lebensbilder aus Schwaben und Franken 12, Stuttgart 1972, 66–99 (m. weiterer Lit.).
  3. Vgl. Ziegler, Kulturdenkmale 67 und ausführlich Karl Kirschmer, Chronik der Gemeinde Faurndau, Faurndau 1959, 11–25 sowie Kirschmer/Ziegler, Faurndau 135–146; danach auch das Folgende.
  4. Urkunde über den Verkauf des Freihofs um 12.000 fl durch Johann Bernhard Moser von Filseck an Schaffalitzky von 1623 XI 11: HStAS, A 346 U 85.

Nachweise

  1. Pfarrbeschreibung Faurndau 1905 (LKA, A 29 Bü 1223): Aufnahme durch Pfr. Faber, 1905 IX 6.
  2. Kdm Göppingen 93.
  3. Aßfahl (wie Anm. 2) 73f. (nur erwähnt).

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 449 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0044909.