Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 386 Dürnau, ev. Pfarrkirche (St. Kilian und Cyriacus) 1607

Beschreibung

Epitaph des Friedrich Jakob von Anweil. Innen an der Nordwand, 2. Stein von Osten. Hochrechteckige Platte mit nach innen abgeschrägtem Rahmen. Auf der schrägen Fläche oben und an den beiden Längsseiten umlaufende Inschrift (A); im Mittelfeld vor einer Flachnische kniender Ritter nach rechts mit offenem Visierhelm zu seinen Füßen; über ihm, dem Bogen der Nische folgend, Fortsetzung der Umschrift. Den rechten Bogenzwickel überdeckt ein Kruzifixus mit Titulus (B), den linken ein Vollwappen; in der unteren Hälfte zu beiden Seiten des Ritters je zwei weitere Wappen untereinander mit Namenbeischriften in kurzen Schriftbändern. Grauer Sandstein (Dolchklinge aus Metall) mit dickem Farbanstrich, unten leicht bestoßen, rechts unten geringer Schriftverlust, Inschrift (A) mit schwarzer Farbe ungleichmäßig nachgezogen.

Maße: H. 183, B. 94, Bu. 3–4 (A), 1,8 (B), 1,2–1,5 cm (Wappenbeischrifen).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 41, Nr. 386 - Dürnau - 1607

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    ANNO DOMINI 1607 DEN 6 / IVNII STARB DER EDEL VND VEST FRIDERICH IACO[B . . . .]a) / ANWEIL FVRSTLI(CH)b) WVRTTEMBERG(ISCHER)b) TRVCHSSES // DEM GOTT GNAD

  2. B

    I · N · R · I ·

Wappen:
Anweil;
ANWEILc)HOEN/LANDENBVRGd)
BRATEN/LANDENBVRGNOTHAFT

Kommentar

Trotz sorgfältiger Ausführung in den Einzelformen wirkt die Schrift unproportioniert durch unregelmäßige, oft zu weite Buchstabenabstände. Der untere Balken des E sowie die oberen Balken bei F und T sind übermäßig lang, S ist leicht nach rechts geneigt. Die Schriftformen und die charakteristische Gestaltung der Wappen erlauben es, das Epitaph derselben Werkstatt zuzuweisen, die das Epitaph Wolfs von Zillenhart in Dürnau (nr. 354) und weitere Grabmäler im mittleren Neckarraum geschaffen hat.

Fritz Jakob von Anweil1 begegnet seit 1596 am württembergischen Hof, zunächst als Zweirösser, dann bis zu seinem Tod als Truchseß2. Seine Eltern sind Daniel von Anweil, Vogt zu Sulz am Neckar († 1598) und Martha/Maria von Breiten-Landenberg († 1611)3, deren Epitaph in der ev. Stadtpfarrkirche in Sulz erhalten ist4.

Textkritischer Apparat

  1. Hier ist wohl lediglich VON zu ergänzen.
  2. Abkürzung jeweils durch Doppelpunkt.
  3. I zunächst als L verschlagen.
  4. RG neben dem Schriftband.

Anmerkungen

  1. Stammsitz Andwil, Kt. Thurgau.
  2. Vgl. Pfeilsticker §8 mit dem Todesdatum 1607 VI 11.
  3. Vgl. Kindler v. Knobloch I 16 u. die Stammtafel Anweil in Schilling von Cannstadt, Geschlechts Beschreibung 335.
  4. In der Ahnenprobe sind entgegen der üblichen Anordnung die beiden elterlichen Wappen auf der herald. rechten Seite untereinander gestellt, herald. links oben steht das der Großmutter väterlicherseits Katharina von Hohen-Landenberg, darunter das der Großmutter mütterlicherseits Cäcilia von Nothaft.

Nachweise

  1. Kdm Göppingen 79.
  2. Ortsgeschichte Dürnau [18].

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 386 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0038600.