Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 351 Göppingen-Jebenhausen, Schloß Liebenstein 1597

Beschreibung

Grabplatte der Dorothea von Liebenstein geborene von Gemmingen. Aus der Jebenhausener Pfarrkirche1. Eingehauene Umschrift, an den vier Ecken von aufgelegten Wappenschilden unterbrochen; im eingetieften Mittelfeld in hohem Relief die Figur der Verstorbenen, die betend dargestellt ist und deren Kopf auf einem Kissen ruht. Zu dem prächtigen Brokatkleid trägt sie einen Hut mit Engelsmedaillon sowie mehrere Halsketten, eine davon mit Porträtmedaillon ihres Mannes2. Roter Sandstein; unterer Rand – wohl durch aufsteigende Feuchtigkeit – weitgehend zerstört, beide oberen Ecken mit Schriftverlust abgebrochen, das Wappen heraldisch links oben fehlt.

Maße: H. 184, B. 104, Bu. 2,3 cm.3

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 41, Nr. 351 - Göppingen-Jebenhausen - 1597

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. [AN(N)O D(OMI)N]I 1. 5. 97. DE[N] 1[0 SEPTEMBR(IS)a) // ST]ARB DIE EDLE EHRNREICHE VND TVGENDTSAME FRAVW DOROTHEA VON // [L]IEBE[NSTEI]N G[EB]OR[NE] VON // GEM(M)INGEN DERN GOTT EIN FROLICHE VFFERSTEHVNG VERLEIHE AMEN

Wappen:
Gemmingen[Neipperg]
Landschad von Steinach4Hornstein.

Kommentar

Das monumentale Holzepitaph Dorotheas von Liebenstein befindet sich noch heute in der ehemaligen Jebenhausener Pfarrkirche (nr. 352), die genealogischen Angaben vgl. dort. Demnach handelt es sich bei dem vorliegenden Stein wohl nicht um ein an der Wand aufgerichtetes Epitaph, sondern um die Grabplatte. Der gute Erhaltungszustand des Reliefs und der Schrift deutet freilich darauf hin, daß die Platte entweder gut geschützt (etwa durch einen Holzdeckel) oder nicht sehr lange im Boden lag.

Textkritischer Apparat

  1. Ergänzt nach der Sterbeinschrift nr. 352 C.

Anmerkungen

  1. Wie nr. 352, vgl. dort.
  2. Bärtiger Männerkopf im Profil, Zuweisung nach Vergleich mit den beiden Gemälden auf dem Wandepitaph Dorotheas von Liebenstein (nr. 352) eindeutig.
  3. Einzelne Anfangsbuchstaben vergrößert: 3,8–4,2 cm.
  4. Fehler in der Ahnenprobe: statt des Wappens der väterlichen Großmutter Anna Marschallin von Ostheim hier das von deren Mutter Margarethe Landschad. Zur Ahnenprobe vgl. nr. 352.

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 351 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0035107.