Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 265 Salach, ev. Pfarrkirche (St. Margaretha) 1556

Beschreibung

Epitaph (?) Veits IV. von Rechberg zu Staufeneck1. Innen an der Westwand der rechbergischen Gruftkapelle (sog. Alte Sakristei) in einer Nische aufgerichtet. Hochrechteckige Platte aus grauem Sandstein, oben ein Vollwappen in hohem Relief, darunter Schriftkartusche mit 7zeiliger Inschrift, in den vier Ecken Ahnenwappen. Ränder bestoßen und stellenweise weggebrochen, rechte untere Ecke mit Wappen und geringen Teilen der Inschrift zerstört.

Maße: H. 174, B. 71, Bu. 3,7 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 41, Nr. 265 - Salach - 1556

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. AN(N)Oa) · DOM(IN)I · 15 · 56 · IAR / DEN · 11 · TAG · IM · WEINMONAT / STARBa) · DER · EDEL · VND · VEST / VEYTa) · VON · RECHBERG · VO[N] / HOGENRECHBERG · ZVb) / STAVFENEG · DEM · GO[TT]c) / GNEDIG · SEY

Datum: 11. Oktober 15562.

Wappen:
Rechberg;
RechbergStöffeln
Kämmerer von Worms gen. von Dalberg[Flersheim]3.

Kommentar

Die Buchstaben der Kapitalis sind auffallend schmal und weisen annähernd Proportionen von 2:1 auf. M hat schräggestellte Hasten und einen sehr kurzen Mittelteil. Das hohe Relief der Platte wie auch der Umstand, daß die Beschädigungen vornehmlich im unteren Teil auftreten und ihrer Art nach nicht auf Abnutzung infolge der Lage im Fußboden zurückzuführen sind, spricht für eine schon ursprüngliche Konzeption als senkrecht stehendes Epitaph, nicht als Grabplatte4.

Veit IV. wurde als der älteste Sohn Georgs III. von Rechberg zu Staufeneck und der Margarethe Kämmerin von Worms gen. von Dalberg am 8. Januar 1477 geboren5. Er scheint unverheiratet geblieben zu sein. Salach war seit dem 13. Jahrhundert Bestandteil der Herrschaft Staufeneck, in deren Besitz die von Rechberg ab 1333 nachweisbar sind6.

Textkritischer Apparat

  1. Anfangsbuchstabe vergrößert.
  2. Der rechte Rand der Schriftkartusche ist zerstört. Da kein Textverlust festzustellen ist, scheint das letzte Viertel der Zeile leer geblieben zu sein.
  3. Vielleicht nur ein T zu ergänzen.

Anmerkungen

  1. Zählung nach Stammtafeln d. mediatisierten Häuser 17 Taf. 2.
  2. Nach dens. Stammtafeln soll Veit am 6. Oktober gestorben sein.
  3. Ungewöhnliche Anordnung der Ahnenprobe: oben nebeneinander die Wappen der väterlichen, unten die der mütterlichen Ahnenreihe.
  4. Waltz, Miscellanea Historica (HStAS, J1 Nr. 44) fol. 302r bezeugt den Stein bereits als an der Wand aufgerichtet.
  5. Vgl. Stammtafeln d. mediatisierten Häuser 17 Taf. 2.
  6. Vgl. LdBW III 310.

Nachweise

  1. Rink, Familien-Geschichte III 41.
  2. Kdm Göppingen 139.
  3. Aich 52, 73.

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 265 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0026506.