Die Inschriften des Landkreises Calw

4. Die Quellen der nicht-originalen Überlieferung

Der scheinbar geringe Anteil der kopial überlieferten Inschriften im Verhältnis zu den im Original erhaltenen darf nicht zu falschen Schlüssen über den ehemaligen Bestand verleiten. Gleiche Bestände verzeichnen fast alle Inschrifteneditionen, die einen Landkreis behandeln, während in den Städten vielfach die Zahl der kopial überlieferten Texte bei weitem die im Original erhaltenen überwiegt. Die Zerstörungen der städtischen Ansiedlungen und der klösterlichen Zentren setzten im Bearbeitungsgebiet teilweise bereits ein, ehe historiographische Interessen im weitesten Sinne zu systematischen Abschriften der Texte die Anregung gaben, wie das vor allem dort der Fall ist, wo Traditionsbewußtsein zur Zeit des frühen Humanismus sich um Quellenmaterial aller Art bemühte. Städtische Zentren haben sich früher und vollständiger um die Sammlung von Inschriftentexten angenommen; aus Heidelberg ist die gedruckte Zusammenstellung des Magisters Melchior Adamus schon aus dem Jahr 1612 überliefert und damit viel an Quellenüberlieferung gesichert, was in der großen Stadtzerstörung zugrunde ging. Für den Kreis Calw ist eine Ergänzung der original erhaltenen Denkmäler aus der Literatur daher nur in sehr geringem Umfang zu erwarten. Die Städte Calw und Nagold konnten im späten Mittelalter solchen Anregungen kaum aufgeschlossen sein; die Originalquellen wurden zerstört, schriftliche Aufzeichnungen wurden entweder nicht angelegt oder gingen ebenfalls zugrunde. Die natürlichen Schwerpunkte für eine nicht-originale Überlieferung sind deswegen auch in den beiden Klöstern Hirsau und Herrenalb zu finden, mit einigem Abstand folgt Maria Reuthin. Die Inschriftenbestände der ritterschaftlichen Orte (mit wenigen Ausnahmen) und der Pfarrkirchen dürften unwiederbringlich verloren sein45). Ihre Erhaltung war wie die Überlieferung ihrer Texte (und ist es im Grunde bis zur Gegenwart) von zufälligen Gegebenheiten abhängig: vom Interesse eines Pfarrers, eines Lehrers oder eines ortsansässigen Heimatforschers. Von den 374 Katalognummern sind über 100 Erstveröffentlichungen, ein Zeichen dafür, wie stiefmütterlich die Aussagen der Sachquellen gerade in abgelegeneren Landkreisen bisher behandelt worden sind.

Es entspricht der skizzierten historischen Struktur des Kreisgebietes, wenn sich die nicht-originale Überlieferung von inschriftlichen Texten auf wenige Zentren beschränkt. Die Suche nach handschriftlichen Quellen oder frühen Drucken mit Inschriften-Überlieferungen für den Kreis Calw erweist sich zwangsläufig als wenig ergiebig. Der württembergische Polyhistor Martin Crusius (Kraus), seit 1559 Professor im nahen Tübingen († 1607), hat in seinen ,Annales Suevici’ auch zahlreiche Inschriften im Wortlaut als Quelle herangezogen46). Dabei läßt sich seine Arbeitsweise durchaus an der Einfügung der Quellenzitate nachvollziehen. Die Kabinettscheiben adliger Badegäste in dem auch von Crusius gern besuchten Wildbad etwa hat er sicher bei Besuchen in den betreffenden Gasthäusern selbst aufgezeichnet (nrr. 248, 265, 278, 282), eine parallele Überlieferung aus anderen Schriftquellen gibt es nicht. Das gleiche trifft zu für die 1844 abgebrochene Wildbader Vorstadtkirche (nrr. 206, 236, 261), deren Lage er genau beschreibt und deren Schriftdenkmäler er selbst notierte. Er vergaß nicht hinzuzufügen, wenn einzelne Passagen unleserlich waren; die Wappenbeschreibungen deuten auf seine genealogischen Interessen hin. Die unveröffentlichten Tagebücher des Martin Crusius (Universitätsbibliothek Tübingen) geben auch Hinweise darauf, wie oft Crusius in der näheren Umgebung Tübingens unterwegs war, sie könnten vielleicht sogar noch den oder jenen Text beisteuern, der nicht in die ‚Annales Suevici’ aufgenommen wurde. Andere Texte, so etwa die Beischriften der Kreuzgangverglasung von Hirsau und des Sommerrefektoriums, ließ sich Crusius von Freunden oder Briefpartnern zusenden, erbat sie wohl auch bei Besuchen ausdrücklich selbst, wie das aus Hirsau überliefert ist47). Aus dem Kontext der Crusius-Überlieferungen wird häufig sehr deutlich, wie er die Quellenaussagen für seine Darstellungsweise der württembergischen Geschichte auswertete – gelegentlich auch mit sehr eigenwilliger Interpretation. Dabei sind die Notizen des Crusius nicht ohne quellenkritische Prüfung verwertbar: zwei [Druckseite XXIII] von ihm mit dem Herkunftsort Calw bezeichnete Texte erweisen sich als falsch lokalisiert und gehören nach Bönnigheim (Lkr. Ludwigsburg)48), andere sind nur teilweise im Wortlaut aufgenommen und durch Zusätze ergänzt, die der Sammler aus genealogischen oder heraldischen Interessen heraus für wichtig hielt. Handschriftliche Notizen, die ihr Entstehen in erster Linie genealogischen Interessen verdanken, stammen auch aus der umfangreichen Sammlertätigkeit des württembergischen Hofmedicus und Historiographen Oswald Gabelkover (1539–1616), dessen Arbeiten von seinem Sohn Johannes Jakob fortgeführt wurden. Der reiche Gabelkover-Nachlaß liegt heute in der Württembergischen Landesbibliothek bzw. im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart; eine systematische Durchsicht aller Gabelkover-Quellen im Zusammenhang der Inschriftenbearbeitung erweist sich vom Arbeitsaufwand her als untunlich, weil das zu erwartende Ergebnis – aller Erfahrung nach – ihn nicht rechtfertigt. Für einzelne Standorte bzw. Familien ergab eine gezielte Suche noch wichtige Hinweise, die für eine Herrenalber Grabplatte (nr. 52) sogar die Voraussetzung war, verstreute Fragmente wieder zusammenzuführen und einen korrekten Text wiederherzustellen.

4.1 Für Hirsau ist die Hauptquelle eine Handschrift des zweiten evangelischen Abts Johannes Karg aus Augsburg, der sich nach der Mode der Zeit latinisiert Parsimonius nannte. Er wurde 1525 in Augsburg als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren, studierte zunächst in Tübingen, danach in Wittenberg bei Luther und Melanchthon. Von Tübingen aus kam er 1542/43 zum ersten Mal nach Hirsau, als die Universität dort während der Pest Zuflucht suchte. Nach dem Eintritt in den württembergischen Kirchendienst war Parsimonius in Tübingen, in Blaubeuren, in Cannstatt und Stuttgart tätig, ehe er 1569 zum Abt des Klosters Hirsau berufen wurde49). Er war ein vielseitig interessierter Theologe, Verfasser von mathematischen und musikwissenschaftlichen Denkschriften und historischen Abhandlungen; sein umfangreicher Nachlaß von 12 Bänden (meist Bittschreiben, Briefwechsel, Eingaben) liegt heute zum größten Teil in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. Der für die Inschriften-Edition wichtige Band der Collectaneen unter der Signatur Cod. Guelf. 134 Extrav. enthält auf rund 200 Blättern ein regelrechtes Inventar der ortsfesten Ausstattung des Klosters mit den Beschreibungen aller Ausmalungen und Zitaten ihrer Beischriften in der Kirche, im Sommerrefektorium und im Dormitorium, in der Abtsstube und an den Glasgemälden im Kreuzgang. Nach dem Tod des Parsimonius kam die Handschrift zunächst in den Besitz seines Schwiegersohns Wilhelm Gmelin, der als Kloster-Präzeptor in Bebenhausen tätig war und der historische Nachrichten aus Bebenhausen auf einigen Blättern am Schluß hinzufügte50). Aus Gmelins Besitz kam der Codex an den schwäbischen Historiographen Johann Jakob Moser, der ihn für seine schwäbische Chronik – eine Übersetzung der Annales des Crusius – nutzte, ihn aber danach an die Wolfenbütteler Bibliothek übereignete. Die Handschrift setzt ein mit der ‚Abschrifft der gemaltenn personen und historien in der kirchen zu hirsaw im kloster .I. Biblische Personen und historien aus dem alten testament in welchen sonderlich das geschlecht und die Vorelternn Christi von Adam bis auff die vermehlung Mariae gemalet fur die augenn gestellet werden (fol. 2v–18r). II. Die gantze historia von Jesu Christo, Gottes und Mariae Son, aus den 4 Evangelisten im neuen Testament, vom teuffer Johannes, als vom Vorleüffer Christi an, bis zur Himelfart Christi (fol. 18v–44r). III. Verzeichnus aller Keiser, König und Regenten in den 4. fürnemsten Monarchien diser Welt, … wie sie in der Hirsawischen Kirchen gemalet stehen. IIII. Verzeichnis der Sibyllen, so in der Hirsawischen Kirchen gemalet stehen (fol. 44r–47v). V. Abschrifft der Stifftungen beider Klöster zu Hirsaw, … wie solche Stifftungen in der newen Hirsawischen Kirchen ausserhalb des Chors verzeichnet stehen. VI. Kürtzere Abschrifft dreier Stifftungen wie sie aussen an einem Thurenn der newen Hirsawischen Kirchen schrifftlich verzeichnet stehen. VI. Verzeichnus des Himelreichs vnnd ewigen Lebens, wie es im Innern Chor der Hirsawischen Kirchen, nach Vnderscheid der Heiligen vnd Auserwelten Gottes, gemalet und geschriben stehen (fol. 84r–60r). Fundationes Monasterii Hirsaugienses, et eiusdem Abbates et illustriores doctores et personae, quae in eo vixerunt; Vna cum insignioribus quibusdam historiis, dicteriis et sententiis, quae hinc inde visuntur et leguntur . . 1579. In fine adiecta sunt Epitaphia vetera et nova. (fol. 61r–135v). Historica de Benedicto patre: Item de Fundationibus, Abbatibus, Praeceptoribus et illustrioribus monachis Coenobii Hirsaugiensis: et de aliis rebus scitu non iniucundis, ex Refectorio aestivali ibidem, et ex codice supra aliquoties citato descripta (fol. 73r–114r). Sequentia de Benedicto eiusque ordine amplissimo, scripta sunt etiam in Refectorio aestivali, in suprema ibidem longiore et densiore trabe, quae per medium ducta est Refectorium (fol. 115r–123r). Sequuntur Epitaphia vetera et nova, quae in templo, et aliis in locis monasterii Hirsaugiensis reperiuntur et leguntur (fol. 123v–135v). Historiae novi Testamenti de Christo Dei et hominis filio, una cum [Druckseite XXIV] typis et prophetiis veteris Testamenti, in fenestris circuitus Monasterii Hirsaugiensis depictae’ (fol. 148–90). In Anbetracht des Umfangs und der Ausführlichkeit dieser Überlieferung (von der bis auf wenige Bauinschriften und Grabdenkmale nichts erhalten ist) mußte von einer generellen Aufnahme dieser Texte Abstand genommen werden, zumal nur eine geschlossene Edition der Handschrift ihren programmatischen Aussagen zur Kirchen- und Geistesgeschichte des Klosters Hirsau im 16. Jahrhundert wirklich gerecht werden kann51). Die Überlieferung des Parsimonius läßt deutlich erkennen, wo die Bauherren des spätgotischen Klosters ihre Texte fanden; sie fußen auf den historiographischen Werken des Trithemius, seinem ,Chronicon’ bzw. den ,Annales Hirsaugienses’ und auf dem ,Codex Hirsaugiensis’, dem vor allem die Bildbeischriften des Sommerrefektoriums nahezu wörtlich entnommen worden sind. Die Programme der Ausstattung wurden in Regestenform in chronologischer Ordnung in den Inschriftenkatalog aufgenommen; im Wortlaut wiedergegeben wurden in der Edition alle Einzeltexte, die nicht einem Gesamtprogramm von Ausstattungsbeischriften zuzurechnen sind52). Es fällt bei den sonst sehr ausführlichen Überlieferungen des Parsimonius auf, daß er nur sehr wenige Inschriften von den Grabdenkmälern verzeichnet (fol. 124–130v). Die Texte sind numeriert (1–24), sie beziehen sich auf die ,Stifterdenkmäler’, auf einige Abtsgrabsteine (Wilhelm von Hirsau, Abt Volmar, Abt Gottfried, Abt Vfflinger, Johannes Hannßmann, Johannes Schultheiß und Heinrich Weikersreuter), auf die Mitglieder der Familie Parsimonius und einige entfernte Angehörige von Äbten. Ältere Grabplatten von Äbten des 12.–15. Jahrhunderts und Grabdenkmäler des umwohnenden Adels fehlen, weil offenbar durch die spätgotischen Umbauten des Klosters die älteren Denkmale transloziert und schließlich zerstört wurden. Die von Parsimonius zitierten Texte sind bis auf wenige Ausnahmen heute noch im Original erhalten, wenn auch teilweise nur als Fragment; daraus läßt sich schließen, daß ein weiterer Verlust größeren Ausmaßes nach dem ausgehenden 16. Jahrhundert die Steindenkmäler nicht betroffen hat.

4.2 Eine zweite Handschrift aus dem beginnenden 17. Jahrhundert stammt von dem Weingartener Mönch Hieronymus Rainolt, der während der katholischen Restauration des Klosters im Dreißigjährigen Krieg in Hirsau weilte (1631). Die Inschriftentexte bieten den Wortlaut fast gleichlautend mit der Handschrift des Parsimonius, nur wenige Texte sind singulär bei Rainolt überliefert. Allerdings beruhen die Wiedergaben der Texte offensichtlich auf eigenen Abschriften. Der Chronist stellt an den Beginn seiner Handschrift lange Auszüge aus den historischen Werken des Trithemius (das ,Chronicon’ dürfte ihm in dem Druck von 1556 zugänglich gewesen sein) und bevorzugt des Crusius, die er wörtlich übernommen und genau lokalisiert hat; ebenso muß er den ,Codex Hirsaugiensis’ noch benutzt haben, da er auch dessen Schenkungseinträge in langen Passagen wörtlich zitiert53). Die Klosterbibliothek muß also zweifellos damals noch (oder wieder?) über einige Bücherbestände verfügt haben, aus denen Hieronymus Rainolt für seine Klosterbeschreibung Quellen (u. a. auch die ,Chronologia monasteriorum’ des Caspar Bruschius) exzerpieren konnte; die Zitate aus Crusius und dem ,Codex Hirsaugiensis’ sind in der Graphie nicht immer genau, aber im Wortlaut getreu übernommen worden. Bei der Überlieferung des Rainolt ist freilich auch die Bedingtheit der eigenen konfessionellen Einstellung nicht zu übersehen: in seiner Handschrift ist die Kirchenausmalung nicht erwähnt (nr. 212), weil sie offenbar in ihrer reformatorischen Prägung seiner Überzeugung widersprach; dafür wird eine ,scriptura ab haereticis adpingis curata’ singulär verzeichnet (nr. 310), die gewissermaßen als abschreckendes Zeugnis lutherischen Rechtfertigungsglaubens mitteilenswert erscheint. Die nur in Fragmenten vorhandenen Grabschriften der evangelischen Äbte Johannes Brenz und Paulus Rucker (nrr. 295, 339) waren für Rainolt offenbar nicht der Überlieferung wert, obwohl sie zu seiner Zeit vermutlich noch unbeschädigt waren.

4.3 Weniger reichhaltig als für Hirsau ist die spezifische Quellenüberlieferung für Kloster Herrenalb. Einige wenige Texte sind im Rahmen der ‚Annales Suevici’ von Crusius überliefert, andere hat Gabelkover vorwiegend aus genealogischem Interesse in seine Collectaneen eingereiht54). Krieg von Hochfelden [Druckseite XXV] teilt aus einer von ihm eingesehenen Urkunde aus dem Jahr 1556 damals noch lesbare Texte der Ebersteiner Grabdenkmäler mit. Im Pfarrarchiv Herrenalb ist in einem „Pfarrerbuch“ ein Verzeichnis der Grabdenkmäler des Klosters aus dem Jahr 1779 überliefert, das Pfarrer Johann Friedrich Ammermüller (1742–1824) nach eigener Kenntnis zusammengestellt hat. Ammermüller war seit 1767 Pfarrer in Herrenalb und anschließend daran bis zu seinem Tode Pfarrer in Hohenstaufen. Im Pfarrerbuch gibt er zunächst eine chronologisch geordnete Aufzählung mit deutscher Kurzfassung der Texte, danach eine offenbar nach Autopsie zusammengestellte Darstellung aller noch erhaltenen Platten, denen – soweit sie lesbar waren – die jeweiligen Texte in genauem Wortlaut beigefügt sind55). Die meisten der insgesamt 32 bezeichneten Platten sind heute noch erhalten, für die nicht erhaltenen sind die Zeichnungen trotz ihres sehr kleinen Formats eine sehr wichtige Quelle. Das Kloster Reuthin hat eine zusammenfassende Aufzeichnung seiner Grabschriften offenbar nicht bewahren können; einzelne Texte wurden bei Gabelkover verzeichnet, andere lassen sich aus den genealogischen Quellen entnehmen. – In Bad Liebenzell verwahrt das Kirchenarchiv eine singuläre Überlieferung mit Aufzeichnungen des Pfarrers Weitbrecht, die er offenbar nach 1893 machte, als die beim Neubau des Kirchenschiffs geborgenen Grabmalbestände noch zugänglich und teilweise auch lesbar waren. Mit Hilfe dieser Notizen lassen sich heute verwitterte Inschriften ergänzen (vgl. nr. 264) und andere, die heute verschwunden sind, wenigstens im Wortlaut noch sichern. Die heute im Hirsauer Klostermuseum verwahrten Teile des Denkmals für Philipp Feilitzsch von Sachsgrün lassen sich durch die Weitbrechtschen Angaben in die Blasiuskirche in Bad Liebenzell lokalisieren (vgl. nr. 205), wo sie offenbar aber nach dem Neubau des Kirchenschiffs nicht mehr Platz fanden und daher innerhalb des Kreisgebiets ‚wanderten’: eine Dokumentation, die ohne die Altertumsinteressen des längst verstorbenen Pfarrherrn niemals möglich wäre.

  1. Vollmaringen ist ein Beispiel dafür, daß auch beim Abbruch von Kirchen im 19. Jahrhundert nicht alle Denkmäler verschwinden mußten. Hier wurden außer den beschrifteten Denkmälern auch schriftlose Platten (3 mit Lilien- bzw. Hügelkreuz, 1 mit Wappen Dettlingen, 2 weitere mit Hügelkreuz und dem Symbol einer Pflugschar und einem Rad) in die Londorfer Kapelle überführt. Die im Kreis Calw zahlreich neu erbauten Kirchen haben aber in den seltensten Fällen die Ausstattungen ihrer Vorgängerkirchen übernommen. »
  2. Druck in Frankfurt 1595/96, deutsche Fassung von Johann Jakob Moser 1733. »
  3. Vgl. dazu den Brief des Johannes Parsimonius an Martin Crusius aus dem Jahr 1588, März 23, ...curavi per meos discipulos ea tibi ex meo avtographon describenda, quae ante aliquot annos partim ex libris, partim ex parietibus monasterij in meum solius et oblectamentum collegi. Druck bei Annales Suevici Liber II partis II, p. 40. Or. HStAStuttgart J 1–383 fol. 1r–4v. Eine spezifische Interpretation des Quellenmaterials versucht Crusius etwa bei der Beschreibung der Hirsauer Kreuzgangsverglasung, deren Beginn er mit dem Jahr 1517 und der Einführung der Reformation in Zusammenhang bringt und durch sie eine tertia fundatio des Klosters begründet sieht. Dazu künftig auch Renate Neumüllers-Klauser, Quellen zur Bau- und Kunstgeschichte Regest Nr. 109. »
  4. DI 25 (Ludwigsburg) nr. 335 (Sebastian von Lierheim) und nr. 258 (Wilhelm von Sachsenheim). – Danach zu berichtigen Rheinwald, Stadtkirche 14. »
  5. Zur Person Bernhardt II 533f. – Eine Übersicht der handschriftlichen Überlieferung bietet Kramer, Parsimonius S. 169–186. »
  6. Dazu Johann Jakob Moser, Schwäbische Chronik. Frankfurt 1733, S. 33. »
  7. Eine Edition der Parsimonius-Handschrift ist im Rahmen der Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg vorgesehen. »
  8. Vgl. Neumüllers-Klauser, Quellen zur Bau- und Kunstgeschichte, passim. – Schreiner, Trithemius S. 96. »
  9. WürttLBStuttgart Hs. Hist. XV 44. – Mit dem Nachweis Trithemii op. ist in der Handschrift das Druckexemplar des Chronicon Hirsaugiense bezeichnet, nicht die handschriftlichen und zweibändigen Annales Hirsaugienses, die seit spätestens 1535 zunächst nach Stuttgart und über Tübingen 1635 nach München abgewandert sind; das geht auch eindeutig aus einem Eintrag auf p. 25v der Handschrift hervor, wo Rainolt schreibt: Joannes Trithemius de Monasterio Hirsaugiensi scripsit usque ad abbatem Wignandum hoc est ad annum MCCCLXX; vgl. dazu auch Schreiner, Trithemius S. 83. »
  10. Wie vielfach bei den mehr genealogisch interessierten Sammlern von Inschriften-Texten ist auch bei Gabelkover nicht immer deutlich zwischen dem eigentlichen Wortlaut und Zusätzen (etwa der genealogischen Zuordnung) zu unterscheiden. »
  11. Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Sigel 491b, 4. »