Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 613 Kellenbach, Evang. Pfarrkirche 2.H.17.Jh.

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabplatte für Anna Margareta von Kellenbach, geb. von Esch. Ehemals im Fußboden der Kirche, 1953 anläßlich der Renovierung freigelegt, gehoben und außen rechts neben dem Südportal an die Wand gestellt1). Schmale Platte aus gelblichem Sandstein mit Umschrift auf erhöhter Leiste, im Mittelfeld von Girlanden umgebenes, reliefiertes Allianzwappen, darüber Initialen. Die Platte ist insgesamt stark abgetreten und verwittert.

Maße: H. 175, B. 87, Bu. 3,5-5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI34, Nr. 613 - Kellenbach, Evang. Pfarrkirche - 2. H. 17. Jh.

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/4]

  1. [..............] IST DIE / HOCH WOHL ETLE GEOHRNEa) FRAVW AN[N]A MARGARETA VON KELEBACHb) GEB[OHR]NE V(ON) / ESCH DE[M] H[ERRN .... EN]TSCHLAFE(N) / IHRES ALTERS [......c)] MONAT DEREN SEHLEN GOTT [.......]

Wappen:
Kellenbach-Esch (im gespaltenen Schild rechts ein schreitender Leopard über einer vierblättrigen Blüte, links ein wachsender Löwe über Eisenhutfeh).

Kommentar

 
Wappenbeischrift:
I(OHANN) · S(CHWEIKART) · V(ON) K(ELLENBACH) A(NNA) · M(ARGARETA) · V(ON) E(SCH)

Der noch erkennbare Text zeigt eine feinstrichig gehauene Kapitalis, die durchgehend mit erhöhten Versalien ausgestattet ist.

Die in der Grablege der Herren von Kellenbach2) ruhende Anna Margareta gibt zunächst einige genealogische Rätsel auf: In den Stammtafeln3) derer von Kellenbach war im 17. Jahrhundert bislang nur eine mit einem Philipp Heinrich verheiratete Anna Elisabeth von Esch zu finden. Allerdings weist dessen älterer Bruder die passenden Initialen auf; jedoch war bisher zwar der Name seiner Tochter Charlotte, nicht aber der seiner Gemahlin überliefert. Man wird also kaum fehlgehen, wenn man von einer Doppelhochzeit ausgeht und die Verstorbene als Schwester der Anna Elisabeth und als bisher unbekannte Ehefrau des in Kellenbach sitzenden, 1707 verstorbenen Johann Schweikart von Kellenbach4) identifiziert. Bei der Blüte in seinem Wappen dürfte es sich um ein persönliches Beizeichen handeln.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. GEB[OHRNE] bis einschl. IHRES fehlt bei Kdm.
  3. Kdm. lesen hier fälschlich „541“, was zu der haltlosen Datierung „um Mitte 16. Jh.“ führte.

Anmerkungen

  1. Nach Kdm.
  2. Vgl. Nr. 311 von 1554.
  3. Vgl. zum Folg. Conrad, Steinkallenfelser Adel 2 (1962) 1.
  4. Vgl. zu ihm ebd. S. 2.

Nachweise

  1. Kdm. Rhein-Hunsrück-Kreis 1, 505.
Addenda & Corrigenda (Stand 06. Oktober 2014):

Kommentar: Anna Margaretha, die Ehefrau des Johann Schweikart zu Kellenbach, war eine Tochter aus der Ehe des Christoph von Esch zu Sehlem und der Anna Christina von Wachenheim. Ihr Schwager Philipp Heinrich von Kellenbach war mit Anna Elisabeth von Esch zu Zweibrücken verheiratet. Beide Familien von Esch sind mit einander nicht verwandt (freundliche Hinweise von Herrn Dr. Helmut Hartmann, Bechtheim bei Worms, Brief vom 25. September 1995).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 613 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0061307.