Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 608 Bad Kreuznach, Evang. Pauluskirche 2.H.16./17.Jh.

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabplatte für Angehörige der Familie Würth. In zwei zusammenhängenden Teilen innen an der südlichen Westwand der heutigen Pauluskapelle befestigt. Fundumstände unbekannt, bisher unpubliziert. Rechtes oberes Stück einer fragmentarischen, mit Steinfarbe überstrichenen Sandsteinplatte mit Umschrift auf profilierter Leiste, die sich im Mittelfeld unter einem reliefierten Vollwappen in mindestens fünf vorlinierten Zeilen fortsetzt.

Maße: H. 73, B. 56, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI34, Nr. 608 - Bad Kreuznach, Evang. Pfarrkirche - 2. H. 16./17. Jh.

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/1]

  1. [..... / ...] · WVRTHa) · F[... / ..... // ...]ONb) · SPINA · GE/[... .]REIc) · TOCHTER / [...]H · ZWO · ELEO/[d)...]D · IOHANNA · AM / [...] · EREN ·e)

Wappen:
Würth? (drei Hermelinschwänzchen?).

Kommentar

Trotz der Besonderheit eines oben und unten spitz zulaufenden O läßt die Ausführung dieser wohl für eine verstorbene Person der Familie Würth und ihre Töchter Eleonore und Johanna angefertigten Grabplatte keine nähere Datierung zu, zumal mehrere Mitglieder dieser Familie1) von 1539 bis 1664 als Ratsherren und Bürgermeister der Stadt Kreuznach nachweisbar sind.

Textkritischer Apparat

  1. V wohl mit zwei kleinen, übereinanderstehenden Pünktchen im Innern.
  2. Die linke Bruchkante würde die Ergänzung zu VON erlauben.
  3. DREI?
  4. ELEONORE?
  5. Folgt ein Abschlußkringel.

Anmerkungen

  1. Vgl. zum Folgenden Velten, Weck- und Weinbuch 10, 14, 18 und 20.
Addenda & Corrigenda (Stand 02. September 2013):

(…) die sich im Mittelfeld unter zwei reliefierten Vollwappen in mindestens fünf vorlinierten Zeilen fortsetzt. Erkennbar ist noch ein Teil der Helmdecke des heraldisch rechten Wappens, das die Helmdecke des linken erhaltenen Wappens überdeckt.

  1. … // V]ON SPINA GE/[... D]REI TOCHTER / [DEREN NOC]H ZWO ELEO/[NORA VN]D IOHANNA AM / [L]EBEN

 
Wappen:
Würth (verloren); de Spina (3 gestielte Rosen).

Bei den von Spina handelt es sich ursprünglich um eine holländische Adelsfamilie (de l'Espine), die seit dem frühen 16. Jahrhundert in Aachen, seit 1599 in kurpfälzischen Diensten Heidelberg und später auch in Frankfurt nachweisbar ist (freundliche Hinweise meines Heidelberger Kollegen Dr. Harald Drös, Brief vom 14. November 1993).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 608 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0060800.