Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 582† Bad Kreuznach, Evang. Pauluskirche 1672

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabinschrift für Friedrich Casimir Römer und Memorialinschrift für seine Frau Johanna, seinen Sohn Karl, seine Tochter Anna Juliana Euphrosina und seinen Enkel Johann Richard. Im Jahr 1751 erstmals irrtümlich für Sponheim überliefert1), verloren. Ausführung unbekannt.

Nach Wickenburg.

  1. Siste cursum viator et respice tummulum amplissimi quondam consiliarii palatini Simerensis domini Friderici Casimiri Roemesia), cui nasci in ducatu Bipontino anno M: D: CXI, denasci autem in hoc comitatu Sponheimensi anno MDCLXXII contigit. Recondit hic tumulus etiam coniugem eius Johannam, Carolum filiolum, filiam Annam Julianam Euphrosinam et nepotem Johannem Recharduma), quorum omnium memoriam hic habes. Abi nunc et cogita mortem.O! Fortuna viris invida fortibusquam non aequa bonis praemia dividis.

Übersetzung:

Halte ein, Wanderer und betrachte das Grabmal dieses hochangesehenen Herren und einstmaligen pfalz-simmern‘schen Rates Friedrich Casimir Römer, geboren im Herzogtum Zweibrücken im Jahre 1611, verstorben aber in dieser Grafschaft Sponheim im Jahre 1672. Dieses Grabmal bewahrt auch seine Gemahlin Johanna, sein Söhnlein Karl, seine Tochter Anna Juliana Euphrosina und seinen Enkel Johann Richard, deren aller du hier gedenkst. Geh nun weiter und bedenke den Tod.

Oh! Mißgünstiges Schicksal, das du den tapferen wie guten Männern nicht den gerechten Lohn zuteilst.

Versmaß: Zwei Asklepiadeen.

Kommentar

Der Verstorbene amtierte seit 1663 als pfalz-simmern‘scher Rat und „Cammermeister“3) in Kreuznach. Das wohl an der Außenseite der Kirche angebrachte Grabdenkmal kennzeichnete die Grablege der Familie.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu Nr. 226 von 1497/1503 Anm. 1.
  2. Zeichensetzung sowie Groß-und Kleinschreibung normalisiert.
  3. Vgl. Velten, Weck- und Weinbuch 7.

Nachweise

  1. Wickenburg, Thesaurus Palatinus I 302.
  2. Andreae, Crucenacum Palatinum 78.
  3. Schneegans, Beschreibung 343.
  4. Kdm. 392f. (alle nach Wickenburg mit falscher Ortsangabe).
Addenda & Corrigenda (Stand 06. Oktober 2014):

Beschreibung: streiche “Nach Wickenburg” setze “Nach Wickenburg2)”.

Bei dem Grabspruch handelt es sich um ein wörtliches Zitat aus Seneca, Hercules furens V. 524f. (freundlicher Hinweis meines Heidelberger Kollegen Dr. Harald Drös, Brief vom 14. November 1993).

Übersetzung: “O Fortuna, neidisch auf tapfere Männer, einen wie ungleichen Lohn teilst du den Trefflichen zu” (so Hallof, Rez. DI 34, S. 283).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 582† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0058202.