Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 569 Argenschwang, ehem. Pfarrhaus 1665

Beschreibung

Wappenstein mit Initialen und Jahreszahl. Eingelassen im gemauerten Erdgeschoß zwischen den straßenseitigen Fenstern des Fachwerkhauses Am Ehrenmal 1 (ehemaliges lutherisches Pfarrhaus); freigelegt bei Renovierungsarbeiten in den Jahren 1979/801). Gut erhaltene hochrechteckige Tafel aus rötlichem Sandstein, im abgekehlten Feld zwei stark reliefierte, von einer gemeinsamen Adelskrone umfangene Wappen, darüber in den Ecken die Initialen in Kapitalis, darunter die Jahresangabe in Fraktur.

Maße: H. 66, B. 53, Bu. 3,5-5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, Fraktur.

DI 34 Nr.569 - Argenschwang, ehem. Pfarrhaus - 1665

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/1]

  1. E(BERHARD) V(ON) L(EYEN) // M(ARIA) E(LISABETHA) V(ON) L(EYEN) / G(EBOHRNE) V(ÖGTIN) Z(V) H(VNOLSTEIN) // Anno · 1665 ·

Wappen:
Leyen; Vogt von Hunolstein.

Kommentar

Auffallend ist der Wechsel von zweibogigem und kapitalem E.

Burg und Dorf Argenschwang (ursprünglicher Name Hausen) gehörten seit 1406 der an der unteren Nahe begüterten Familie von Leyen2). Die Inschrift bezieht sich auf die durch Eberhard von Leyen veranlaßte Errichtung der lutherischen Pfarrei im Jahre 16633), nennt daher das stiftende Ehepaar sowie den Zeitpunkt der Fertigstellung des zugehörigen Pfarrhauses. Eberhard4), entfernter Nachkomme Peters von Leyen5), kaiserlicher Oberstleutnant und Hauptmann des Ritterkantons Niederrhein, war seit 1646 mit Maria Elisabeth, Tochter des Johann Adam Vogt von Hunolstein verheiratet. Falls es sich bei der auffälligen Krone um die Darstellung einer sogenannten Freiherrenkrone handeln sollte, könnte dies ein vorweggenommener Hinweis auf die 14. Mai 1670 erfolgte Erhebung des Stifters und seiner Brüder in den Reichsfreiherrenstand6) sein.

Anmerkungen

  1. Vgl. Denkmalpflege 1979/80, 196.
  2. Vgl. Seibrich, Entwicklung 120 und Rhein. Antiquarius II 16, 120ff.
  3. Vgl. LHAK Abt. 33 Nr. 4189.
  4. Vgl. zum Folgenden Mertens, Züsch 209, die Stammtafel 3 im Anhang und Kdm. 53.
  5. Vgl. Nr. 306 von 1551.
  6. Vgl. Rhein. Antiquarius II 16, 129.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 569 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0056906.