Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 564 Meisenheim, Schloßkirche (aus Hochstetten-Dhaun) 1660

Beschreibung

Stifterinschrift der Wild- und Rheingräfin Eva Dorothea, geb. Hohenlohe-Waldenburg auf einer silbervergoldeten Abendmahlskanne. Sie stammt laut Inschrift aus der Georgskapelle auf Schloß Dhaun und befindet sich seit 1813 am heutigen Standort1). Der mit Blüten- und Rankenwerk verzierte Deckel des Gefäßes trägt im Zentrum ein graviertes Wappen. Der geperlte, mit Voluten versehene Henkel endet in einem als Daumenrast dienenden Engelkopf. Der glatte Körper der Kanne ist reich mit eingraviertem Rollwerk und Blütenornament überzogen. Die ursprüngliche, gerade noch lesbare Inschrift (A) wurde wohl anläßlich der Hellermann‘schen Schenkung (B) fast ganz abgeschliffen; sie befindet sich in zwei Kreisen angeordnet auf der Unterseite des flachgewölbten Fußes. Dabei auch zwei Meistermarken (Beschauzeichen?) mit den eingestempelten Buchstaben FK und HP.

Maße: H. 23, Dm. 15 (Fuß), 10 (Deckel), Bu. 0,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.564 - Meisenheim, Schlosskirche (aus Hochstetten-Dhaun) - 1660

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/6]

  1. A

    EVA DOROTHE · WILD VND RHEINGRAEVIN · DONIRT · DISE · KAND · SAMET · DER · SCHACHTEL · IN · DIE · NEVE / · SCHLOSCAPELL · ZV · DHAVN · IM · IAHR · 1660 ·

  2. B

    DIESE ABENDMAHLSKANNE · Nro 1 · VND DIE Nro 2 · WVRDEN ZVR REFORMIRTEN KIRCHE x / x DAHIER VEREHRET · VON · HEINRICH CARL HELLERMANN · ASSESSOR / MEISSENHEIM AM 22ten IVLI 1812 · / Nro 2a)

Wappen:
Hohenlohe-Waldenburg.

Kommentar

Die 1624 als Tochter des Grafen Philipp Heinrich von Hohenlohe-Waldenburg geborene Stifterin war mit dem Wild- und Rheingrafen zu Dhaun Johann Ludwig verheiratet, der anläßlich der Fertigstellung der Schloßkapelle ebenfalls eine sich heute in Meisenheim befindliche Abendmahlskanne schenkte2).

Der Goldschmied dieser vorzüglichen Arbeit ist bislang unbekannt, wird aber von Kdm. einer Heilbronner Werkstatt zugeschrieben.

Textkritischer Apparat

  1. Nr. wird am Halsrand wiederholt.

Anmerkungen

  1. Diese Kanne wurde 1812 zusammen mit einer zweiten (Anm. 2) von H.C. Hellermann in Dhaun ersteigert (vgl. Kdm. 252) und, wie die aus diesem Anlaß in kapitalen Buchstaben eingravierte Inschrift mitteilt, nach Meisenheim gebracht.
  2. Vgl. den Kommentar zur vorhergehenden Nr. 563.

Nachweise

  1. Kdm. 253 mit Abb. 328 Nr. I 5 (nur Meistermarke).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 564 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0056404.