Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 547† Kirn, Evang. Pfarrkirche 1648

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Tafel mit Stifterinschrift. Noch 1850 an der „Lehne“ der ehemaligen Kanzel nachgewiesen, heute verloren. Da der überlieferte Text aufgrund des Versmaßes zeilenweise abgesetzt ist und die Zeilenanfänge durch Großbuchstaben gekennzeichnet sind, handelte es sich um eine siebenzeilige Inschrift. Die sonstige Ausführung ist unbekannt.

Nach Schneider.

  1. Georgius Albertus Diethera), praefectus in arceKyrburg suggestum hunc certa trophea suib)Hominis et verbi divini ductus amoreExstruxit propriis sumtibus. Inde deic)Gloria sit patri, sit nato spiritusqued)Coelesti et populis inhabitata salus.Anno 1648.

Übersetzung:

Georg Albert Diether, Amtmann auf Schloß Kyrburg, hat diese Kanzel – veranlaßt von seiner Liebe zu den Menschen und zum göttlichen Wort – als unverrückbares Zeichen ganz aus eigenen Mitteln errichtet. Daher sei Ehre dem Vater, dem Sohn und dem himmlischen Geist und das (dieser Kanzel) innewohnende Heil dem Volk. Im Jahr 1648.

Versmaß: Drei Distichen.

Kommentar

Der Verstorbene war wohl der Sohn des wild- und rheingräflichen Amtmannes auf Dhronecken Georg Diether und seiner Frau Anna Maria1). Georg Albert fungierte von 1637 bis 1653 als Amtmann und Vertreter der Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg; die hier gemachte Stiftung einer Kanzel ist ein weiteres Zeichen für sein oft gerühmtes „warmes Herz für die Nöte der Bürger“2).

Textkritischer Apparat

  1. Namen passen nicht ins Versmaß.
  2. So für deo.
  3. So für suo.
  4. Wohl verschrieben für das aus grammatikalischen und metrischen Gründen erforderliche spirituique.

Anmerkungen

  1. Vgl. ihre verlorenen Grabinschriften Nr. 504 von 1621.
  2. So Penningroth, Beiträge Nr. 11; vgl. auch Cauer, Kirn 40ff.

Nachweise

  1. Schneider, Notizen II (nach Eintrag 1500).
Addenda & Corrigenda (Stand 06. Oktober 2014):

Inschrift: Vermutlich Nominis statt Hominis, da die erste Silbe lang sein muß.

Übersetzung:

(…) hat diese Kanzel als unverrückbares Denkmal seines Namens und aus Liebe zum göttlichen Wort ganz aus eigenen Mitteln errichtet (…)

(freundliche Hinweise meines Heidelberger Kollegen Harald Drös, Brief vom 14. November 1993).

Anmerkungen b) und c) sind vertauscht. Georg Albrecht war ein Sohn aus der Ehe des Johann Diether, Rentmeister und Rat der Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg, und der aus Kirn stammenden Schultheißentochter Katharina Streiff. Bei den ebenfalls in der Pfarrkirche zu Kirn begrabenen Georg Diether und seiner Frau Anna Maria (vgl. Nr. 504) handelt es sich um die Großeltern des im Jahr 1659 Verstorbenen (freundliche Hinweise von Herrn Josef Heinzelmann, Oberwesel-Langscheid, Brief vom 7. November 1993).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 547† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0054704.