Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 504† Kirn, Evang. Pfarrkirche 1621/(1624)

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabdenkmal mit Wappen für den wild- und rheingräflichen Amtmann Georg Diether und seine Frau Anna Maria. Noch um 1850 bzw. vor 1886 auf dem ehemaligen Friedhof nachweisbar1). Vermutlich anläßlich der Renovierung der Kirche 1890-94 entfernt und als Baumaterial verwendet2). Aussehen und Ausführung unbekannt.

Nach Schneider.

DI 34, Nr. 504 - Kirn, Evang. Pfarrkirche - 1621/(1624)

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/1]

  1. Anno 1621 den 31 May ist in Gott selig entschlaffen der Ehrenveste herr Georg Dhitter Rheingr(äflicher) Amptmann uff Tronecken.Anno 1624 den 24 Jan(uar) [starb]a) Anna Maria geborene Waltherinn von Herborn des vorigen Wittve.

Wappen:
Diether (2 gekreuzte Küferschlegel3), unten begleitet von 3 Sternen); Walther (bauchige Zinnkanne).

Kommentar

Der Verstorbene diente seit 1587 den Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg zunächst als Sekretär, dann ab 1596 als Amtmann der an der Mosel gelegenen wild- und rheingräflichen Herrschaft Dhronecken4). Seine Gemahlin dürfte eine Tochter des Bartholomäus Walther aus Herborn gewesen sein, der 1574 ebenfalls als Sekretär, dann von 1585 bis 1605 als Rat der Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg erwähnt wird5). Ihr Sohn Georg Albert Diether wurde Amtmann auf der Kyrburg6).

Ob das Grabdenkmal für beide Eheleute konzipiert war, doppelt verwendet wurde oder gar aus zwei selbständigen Teilen bestand, kann nicht mehr bestimmt werden.

Textkritischer Apparat

  1. Schneider setzt an die Stelle des Wortes ein †.

Anmerkungen

  1. Nach Schneider und Lehfeldt, Bau- und Kunstdenkmäler 302, der auf insgesamt 17 (heute verlorene) Grabsteine hinweist, die außen an der Nordmauer der Kirche aufgestellt waren.
  2. Vgl. Peitz, Kirche 20.
  3. Vgl. dazu ausführlich Azzola, Küferzeichen.
  4. Vgl. dazu Kdm. Bernkastel 173ff.
  5. Vgl. Penningroth, Beiträge Nr. 11.
  6. Vgl. seine Stiftung für die evang. Pfarrkirche Nr. 547 von 1648.

Nachweise

  1. Schneider, Notizen II (nach Eintrag 1561).
Addenda & Corrigenda (Stand 06. Oktober 2014):

Während der Arbeiten an einer Fußbodenheizung im November 1992 kam ein (damals unbeachtetes) Inschriftenfragment zutage, das von der Grabplatte des Verstorbenen stammen könnte. Es handelt sich um ein Eckstück einer Grabplatte aus Sandstein mit in Kapitalis ausgeführter Umschrift zwischen Linien. Der erhaltene Text lautet:

  1. [--- GOT]T / SELIG ENTSCHLAFFEN [---]

Georg war der älteste Sohn aus der Ehe des nassau-saarbrückischen Rentmeisters Hans Diether mit der aus Trier stammenden Brigitte Jornitz gen. Steuss. Er nahm in wild- und rheingräflichen Diensten an einem Kriegszug in Ungarn teil und heiratete in zweiter Ehe am 7. Dezember 1597 auf Schloß Dhronecken Anna Maria Walther aus Herborn (freundliche Mitteilung von Herrn Josef Heinzelmann, Oberwesel-Langscheid, Brief vom 7. November 1993).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 504† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0050402.