Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 463 St. Johannisberg, Evang. Kirche 1609

Beschreibung

Grabplatte des Kindes Abraham von Helbach. Aufgefunden im Schiff bei der Renovierung der Kirche in den Jahren 1909/101) und als dritter Stein rechts vom heutigen Eingang auf einen Sockel gestellt (Plan Nr. 29). Kleine Platte aus Kalkstein mit Umschrift (A) zwischen Linien, im Mittelfeld unter flachreliefiertem, mit Initialen versehenem Wappen Bibelspruch (B) in fünf Zeilen. Insgesamt leichte Verwitterungsspuren, linke Leiste stark beschädigt.

Maße: H. 128, B. 69, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.463 - St. Johannisberg, Evang. Kirche - 1609

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. A

    ANNO · DOMINI · 1609 · / DEN · 28 · AVGVSTI · STARB · IN · GOTT · ABRAHAM · / VON · HELBACH · SEIN/ES · ALTERS · 2 [J]A[HR VND] XXXV · WOCHEN

  2. B

    SAP: 4 / WEIL · IHR · SEEL · GOT / WOLGEFELT · EILET · ER / MIT · IHNEN · AVS · DISE(M) / BÖSEN · LEBEN ·2)

Wappen:
Helbach (mit Monogramm A V H).

Kommentar

Abraham war eines von insgesamt vier Kindern des Superintendenten und Dhauner Hofpredigers Albrecht von Helbach3) und stammte aus dessen zweiter Ehe mit Ottilie, Tochter des pfälzischen Landschreibers Johann Bieger aus Kaiserslautern4). Ein ursprünglich in St. Johannisberg befindliches, auf Holz gemaltes Epitaph für den frühverstorbenen Sohn, dessen Inschrift nicht überliefert wurde, ist mittlerweile verloren bzw. in Privatbesitz5).

Anmerkungen

  1. Vgl. Hensler, Wiederherstellung 50.
  2. Ws. 4,14.
  3. Vgl. den Kommentar zu dem Rest seiner vermutlichen Grabplatte Nr. 482 von 1615.
  4. Die Hochzeit „mit der tugendsamen Jungfrauen Otilien“ fand am 24. November 1601, wenige Monate nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth (vgl. Nr. 431) in Winterburg statt, vgl. seine diesbezüglichen Tagebuchnotizen bei Fröhlich.
  5. Eigentümlicherweise wird dieses Epitaph 1886 bei Lehfeldt, Bau- und Kunstdenkmäler weder unter dem Stichwort Dhaun, noch unter St. Johannisberg erwähnt. Dagegen bezeichnet es Kdm. 161 im Jahr 1935 als Teil einer sich damals in einem Dhauner Gasthaus befindlichen Privatsammlung. In einem 1967 angelegten Inventar wird das Epitaph nicht mehr aufgeführt. Vgl. zum noch ungeklärten Schicksal dieser Sammlung den Kommentar zu Nr. 269 Anm. 1.

Nachweise

  1. Kdm. 336.
  2. Fröhlich, Superintendenten 94.
  3. Fröhlich/Zimmermann, Stiftskirche 24.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 463 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0046300.