Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 450 Bad Kreuznach, Schloßparkmuseum 1606

Beschreibung

Grabplatte für den städtischen Amtsträger Hans Culman(beck). Gegenwärtig noch im Magazin des ehemaligen Karl-Geib-Museums in eine Kellerwand eingemauert1), bisher unbeachtet. Große Platte aus weißgelbem Sandstein mit drei umlaufenden Rundstäben als Randleiste. Im Mittelfeld 16zeilige, nach der ersten Zeile von einem reliefierten Wappen unterbrochene Grabinschrift mit Bibelspruch, abschließend Steinmetzzeichen (Nr. 44). Geringer Schriftverlust in der verwitterten linken unteren Hälfte.

Maße: H. 190, B. 94, Bu. 6,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.450 - Bad Kreuznach, Schlossparkmuseum - 1606

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/1]

  1. ANNO · DOM(INI) · 1606 · // DEN · 10 · FEBRVARI · / STARB · DER · ERNHAFT / HER · HANS · CVLMANBECK / DES · RATHS · VND GERICHT/S · SHEFENa) · ALLHIE · ZV · CRV:/TZN[AC]H · DEM · GOTT · / EINE [· FRÖLI]CH · AVFFERSTEH:/VNGb) · [VER]LEIEN · WOLLE · AM/EN · SEI[N]ES · ALTERS · 84 · IAR / LVC: 2 · CAP · / HER · NVN · LAESESTVc) · D[EINEN ·] / DINER [· IN ·] FRIDE · FAREN · / W[IE · DV ·] GESAGT HATa) · DENME:/INE · [A]VGEN · HABENDEINE/N HEILANDT · GESEHEN2) ·

Wappen:
Culman(beck), Hans (zwischen drei 2:1 gestellten Blüten (?) ligierte Initialen HK.

Kommentar

Die gleichstrichig eingehauene Kapitalis zeigt als Besonderheit3) D mit weit nach hinten über das obere Hastenende hinaus gezogenem Bogen. Die ohne Rücksicht auf Worttrennung vorgenommenen Ligaturen in den letzten Zeilen sind wohl auf den zur Neige gehenden Platz zurückzuführen.

Laut Inschrift wurde Hans Culman(beck) im Jahr 1522 geboren, vielleicht als Sohn des 1547 als Ratsherrn erwähnten Niklas Culmann4). Zwischen 1560 und 16055) wird der Verstorbene durchgehend als Schöffe genannt, 1578 fungierte er als Bürgermeister, zudem von 1594 bis 1599 als Stadtbaumeister. Im Jahr 1602 übernahm er zusätzlich das Großzollamt. Seine protestantische Konfession vorausgesetzt, wurde er – wie andere städtische Amtspersonen auch – vermutlich in der damaligen Stadtpfarrkirche (und heutigen evangelischen Pauluskirche) begraben.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. Zweites F kleiner geschrieben.
  3. Lutherbibel: „LESSESTU“.

Anmerkungen

  1. Die Grabplatte soll demnächst in das neue Schloßparkmuseum überführt werden.
  2. Lk. 2,29-30.
  3. Vgl. auch Nr. 488 von vor 1617.
  4. Vgl. Velten, Weck- und Weinbuch 11. Der Verstorbene wird in den verschiedenen Listen stets als „Hans Culmann“ oder „Hans Culmann Beck“ bezeichnet. Da sein mutmaßlicher Vater wohl als „Schnurmacher“ tätig war, ist dies vielleicht ein Hinweis auf seinen ursprünglichen Beruf als Bäcker.
  5. Vgl. zum Folgenden Velten, Bürgerbuch 27, ders., Weck- und Weinbuch pass. und ders., Waldbuch 7.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 450 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0045009.