Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 426 Meisenheim, Schloßkirche 16.Jh.?

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Bauinschrift. In 14 Zeilen auf einem hochrechteckigen, rotgeflämmten Sandstein mit rundem Kopf eingehauen, befestigt an der Ostwand der nördlichen Seitenkapelle. Herkunft des bislang unbeachteten Steines und Zeitpunkt seiner Aufstellung am heutigen Standort sind nicht bekannt. Ränder stark abgewittert, erheblicher Textverlust.

Maße: H. 67, B. 47, Bu. 3,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.426 - Meisenheim, Schlosskirche - 16.Jh.?

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. [.....a) / ...] D[..]E [..] KIRCH[.. / ..]RCHb) EIN ERBAR [.. / .]EINc) ZV DALHEIM [.. / ..]ITd) WARN HANS R[./..]RT · SCHVLTES · BAW/[MEI]STER ·ABER · CHRISTMA(N) / [...]TZe) VN(D) · HANS · DAVT / [E]RBAWET ·· WORDEN / FVR · SIE · VN(D) · IHRE · NA[CH]/KOMMEN · FEIN · DE[../..]BEN · HALTEN · IN[.. / ...]TEM · SCHEIN · B[... / .....]

Kommentar

Die fragmentarische Inschrift für eine Kirche in Dalheim gibt trotz der vorgenommenen Ergänzungen einige Rätsel auf, wobei vor allem eine plausible Identifizierung des Ortsnamens1) und der sonst noch nicht nachgewiesenen Personen2) Mühe bereitet. Datierung nach Schrift- und Textgestalt. Die letzten Zeilen bildeten vielleicht einen Knittelvers.

Textkritischer Apparat

  1. In der ersten Zeile stand die Jahreszahl; zu erkennen ist vielleicht der obere Teil der 1 und der 5.
  2. Vermutlich zu DVRCH zu ergänzen.
  3. Vermutlich zu GE/MEIN zu ergänzen.
  4. Vermutlich zu DER / ZEIT zu ergänzen.
  5. Vermutlich zu HEINTZ zu ergänzen.

Anmerkungen

  1. In der Umgebung von Meisenheim ist kein Ort dieses Namens bekannt, der nächste erscheint als mittelalterliche Wüstung bei Sponheim, bzw. als Name eines ehemaligen Klosters bei Mainz (vgl. Kaufmann, Ortsnamen 54f.). Das westlich von Zweibrücken gelegene Dalheim, das in der Vordereifel gelegene Dahlem (Lkrs. Bitburg-Prüm) und Dalheim bei Oppenheim (Lkrs. Mainz-Bingen) dürften wegen der Entfernung kaum als Herkunftsort in Frage kommen.
  2. Sämtliche Namen sind in dem von G.F. Anthes erstellten Namensregister zu den Regesten der Meisenheimer Protokollbücher 1493-1793 (Quellen zur Geschichte der Stadt und Verbandsgemeinde Meisenheim am Glan 11 [1988]) nicht nachzuweisen.
Addenda & Corrigenda (Stand 02. September 2013):

Der Inschriftenstein stammt aus der Evang. Georgskirche in Dalheim bei Oppenheim (Lkrs. Mainz-Bingen) und wurde vermutlich anlässlich des 1610/11 durchgeführten Neubaus des Kirchenschiffs hergestellt. Die Jahreszahl in der ersten Zeile dürfte daher zu 1611 zu ergänzen sein. Der Stein befindet sich seit 1963 am heutigen Standort (freundliche Mitteilung von Herrn Steinmetzmeister Johann Plützer, Bad Sobernheim) und gehört damit nicht zum Bestand des Lkrs. Bad Kreuznach.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 426 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0042606.