Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 380 Meisenheim, Schloßkirche 1591

Beschreibung

Epitaph des Ehepaares Daniel und Dorothea von Merlau geb. von Frauenberg, an zwei Haken an der nördlichen Westwand aufgehängt. Unter einem dachartig vorspringenden Gesims querrechteckige Doppeltafel aus farbig gefaßtem Holz, links in einem profiliertem Rahmen das aufgemalte Wappen des Ehemanns, außerhalb darüber und darunter Inschrift (A); rechts das Wappen seiner Ehefrau mit entsprechend angebrachten Inschriften (B), zusätzlich im Feld direkt unterhalb ihresWappens Grabinschrift (C) in fünf Zeilen. Die entsprechende Stelle beim Wappen des Ehemanns ist nicht ausgefüllt. Der profilierte Sockel ist mit Rollwerkornamentik verziert. Der gute Erhaltungszustand des Grabdenkmals ist wohl auf die bis 1892 andauernde Aufbewahrung in einer Kammer der Kirche zurückzuführen1).

Maße: H. 110, B. 114, Bu. 2 (A, B), 1 cm (C).

Schriftart(en): Fraktur (A, B), Kapitalis (C).

DI 34, Nr. 380 - Meisenheim, Schloßkirche - 1591

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/4]

  1. A

    Daniel von Merlau / Amptma(n) zu Meisenheim

  2. B

    Dorothea von Frawenberg / Anno Domini 1591 ·

  3. C

    DEN 5 MARTII ANNO 1591, IST GESTORBEN / DIE EDELE VNDT TVGENTSAME FRAW / DOROTHEA VON MERLAV, GEBORNE VON / FRAWENBERG, DIESER ZEIT AMPTMANS ZVE / MEISENHEI(M) EHLICHE HAVSFRAV, DER SELE(N) GOT GNAD.

Wappen:
Merlau (in Rot ein gekrönter goldener Jungfrauen-Adler); Frauenberg (von silber und rot schräglinks geteilt).

Kommentar

Die exakt ausgeführte, bei (A) und (B) in den jeweils unteren Zeilen nachempfundene Schrift ist golden auf schwarzen Grund gemalt, einige Anfangsbuchstaben bei (C) sind erhöht.

Da lediglich die Grabinschrift für Dorothea von Merlau vorliegt, ist anzunehmen, daß das Holzepitaph anläßlich ihres Todes von dem überlebenden Ehemann in Auftrag gegeben wurde. Seine (unbekannten) Todesdaten wurden nicht mehr nachgetragen. Der Auftraggeber stammt aus dem Geschlecht der auf der gleichnamigen oberhessischen Burg sitzenden Herren von Merlau (Gem. Mücke, Vogelsbergkreis), die im 15. und 16. Jahrhundert vorwiegend als Amtmänner und Räte der Landgrafen von Hessen tätig waren2). Im Jahr 1566 wird Daniel erstmals als pfalz-zweibrückischer Amtmann auf Burg Lichtenberg erwähnt, 1571 als Vogt über die Herrschaft Falkenburg3) und am 1. Januar 1580 als Amtmann zu Meisenheim. Die Biographie seiner wohl aus dem Schwäbischen4) stammenden Ehefrau ist bislang unbekannt.

Anmerkungen

  1. Vgl. Heintz, Schloßkirche 253.
  2. Vgl. F. Luckhard, Das Archiv der Ritter von Mörlau zu Steinfurt an der Haun, in: Fuldaer Geschichtsbll. 40 (1964) 107-126, 151-170, 187-196 und Demandt, Personenstaat I 571ff.
  3. Vgl. Eid, in: MHVP XXI 89.
  4. Vgl. Siebmacher, Wappen-Buch I 113.

Nachweise

  1. Wickenburg, Thesaurus Palatinus II 12 (Zeichnung).
  2. Heintz, Grabmäler Nr. 105.
  3. Heintz, Schloßkirche 263.
  4. Kdm. 264.
  5. Fröhlich/Zimmermann, Schloßkirche 75.
  6. Drescher, Schloßkirche 36.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 380 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0038004.