Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 335 Bad Kreuznach, Poststr. 21 1573

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Spruchinschrift mit Jahreszahl im hofseitigen Türsturz des Treppenturms des ehemaligen Burghauses bzw. Adelshofes „Zum Braunshorn“. Fragmentarisch erhaltene, schwarz gefaßte Inschrift auf der oberen breiten Leiste des mit durchgesteckten Stäben und Eckrosetten verzierten Sturzes, darunter die großformatige Jahreszahl zwischen einem mit Buchstaben bezeichneten, sonst aber unkenntlichen Wappenschild. Stark verwittert.

Nach Kdm. und Foto1).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.335 - Bad Kreuznach, Poststr. 21 - 1573

 Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz [1/1]

  1. [· PAX · INTRANTIBVS · ET · EX]EVNTIBVS ·· 1 · 5 · // · 7 · 3 ·

Übersetzung:

Friede denen, die eintreten und denen, die hinausgehen!

Wappen:
unkenntlich; Wappenbeischrift: V Ba).

Kommentar

Der hier in leicht abgewandelter Form vorliegende Spruch2) ist im 16. Jahrhundert3) häufig an Häusern nachzuweisen.

Das wohl zuerst den 1362 ausgestorbenen Herren von Braunshorn4) gehörende Anwesen wurde im Jahr 15555) zwischen Wild- und Rheingraf Jacob und Johann von Dienheim getauscht. Da dieser bereits 15706) verstorben war, dürfte der mit gedrehter Spindeltreppe, rundbogiger Toreinfahrt, massivem Erdgeschoß und in den Obergeschossen in Fachwerk ausgeführte Neubau des Hauses von den Erben bzw. den nachfolgenden Besitzern7) veranlaßt worden sein.

Textkritischer Apparat

  1. Nach Foto.

Anmerkungen

  1. Da der Hof gegenwärtig als (unzugänglicher) Hundezwinger genutzt wird, erfolgt die Lesung nach dem Foto.
  2. „Pax intrantibus salus exeuntibus“, vgl. DI 16 (Rhein-Neckar-Kreis II) Nr. 154 und DI 20 (Großkreis Karlsruhe) 307.
  3. Vgl. Schaefer, Hausinschriften 39.
  4. Vgl. Kdm. Cochem 792.
  5. Vgl. Geib.
  6. Vgl. Nr. 329 von 1570.
  7. Zu Beginn des 17. Jh. in Händen der Fam. Lorum, dann Geyer u.a., auf die die weiteren Umbauten (vgl. Ruser/Dellwing, Bad Kreuznach 186) zurückzuführen sein dürften.

Nachweise

  1. Geib, Hist. Topographie I 28.
  2. Kdm. 99.
  3. LfD Mainz, Fotoarchiv, Neg.-Nr. 809-24 (B. Escherich, Oktober 1972).
  4. Lipps, Entdeckungsreisen 37 (teilw.).
Addenda & Corrigenda (Stand 30. September 2014):

Bei dem Wappenbild dürfte es sich um eine Hausmarke handeln.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 335 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0033509.