Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 327 Hennweiler, Evang. Pfarrkirche 1570

Beschreibung

Grabplatte der Margarete von Schwarzenberg, geb. Haraucourt. Sie befand sich früher innen an der Nordwand der Turmhalle (ehemaliger Chor der Vorgängerkirche)1), wurde wohl anläßlich der Renovierung der Kirche 1968-71 herausgenommen und waagerecht vor die Südwand der Turmhalle gelegt. Große Platte aus weißlichem Sandstein mit Umschrift auf leicht erhöhter Leiste, die sich im oberen Mittelfeld in einer Zeile fortsetzt. Darunter ein kunstvoll gearbeitetes Vollwappen vor einem mit einer Muschelnische gefüllten Rundbogen, darüber in den Zwickeln je eine Blüte. Abgesehen von geringem Moosbefall und dem fast völlig verwitterten unteren Viertel befindet sich der Stein in einem guten Zustand.

Maße: H. 210, B. 95, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 34, Nr.327 - Hennweiler, Evang. Pfarrkirche - 1570

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Klemens Bender) [1/3]

  1. Auf · heutte · den · xv · Janua/rii · An(n)o · 1 · 5 · 7 · 0 · Ist · in · Gott · verScheiden · d[ie ..... / .....]amea) · Fraw [..... / ...]b) Harankart · widtwe · von · Schwartzeburgk · der · Selen ·c) // Gott · Gnedig · Sey · Amen

Wappen:
Haraucourt (Kreuz, im linken Obereck ein steigender Löwe).

Kommentar

Die meisten Kleinbuchstaben entsprechen noch dem Formenkanon der gotischen Minuskel; lediglich die Versalien, einzelne Buchstaben wie f und h sowie die meist leicht gebogenen, nicht mehr gebrochenen Hastenenden weisen auf die zeitgemäße Fraktur.

Margarete war eine Tochter des in Lothringen begüterten Jacob von Haraucourt und seiner Frau Margarete von Dalheim2). Sie war verheiratet mit dem ebenfalls in der Stiftskirche begrabenen, fünf Jahre zuvor verstorbenen pfalz-zweibrückischen Amtmann und herzoglichen Rat Johannes von Schwarzenberg3). Mit ihrem gemeinsamen Sohn Ludwig4) erlosch die Linie Schwarzenberg zu Wartenstein im Mannesstamm.

Textkritischer Apparat

  1. Zu ergänzen wäre nach den zeitgenössischen Epitheta dieser Schicht, etwa denen ihrer Schwiegermutter Katharina (vgl. Nr. 317 von 1562), mit d[ie edle / tugends]ame.
  2. Zu ergänzen wäre aufgrund der einzigen genealogisch stimmigen Möglichkeit [Margarete / von].
  3. Wort- bzw. Zeilentrenner in Form dreier senkrecht angeordneter Rauten.

Anmerkungen

  1. Vgl. Kdm. 181 mit Abb. 126.
  2. Vgl. Möller, Stammtafeln AF III Taf. XCII.
  3. Vgl. Nr. 319 von 1565.
  4. Vgl. sein verlorenes Epitaph Nr. 354 von 1583.

Nachweise

  1. Lehfeldt, Bau- und Kunstdenkmäler 296.
  2. Ohlmann, Hennweiler Nr. 5.
  3. Kdm. 180.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 327 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0032708.