Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 319 Hennweiler, Evang. Pfarrkirche 1565

Beschreibung

Grabplatte des Junkers Johannes III. von Schwarzenberg. Sie befand sich früher innen an der Nordwand der Turmhalle1) (ehemaliger Chor der Vorgängerkirche), wurde wohl anläßlich der Renovierung 1968-71 freigelegt und rechts neben dem heutigen Turmeingang in die Wand eingelassen. Große Platte aus Kalkstein. Im oberen Mittelfeld unter einem Rundbogen reliefiertes Vollwappen, darunter zwischen vorgeritzten Linien achtzeilige Inschrift auf einer Rollwerktafel. Das linke untere Eck ist leicht verwittert.

Maße: H. 205, B. 95, Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.319 - Hennweiler, Evang. Pfarrkirche - 1565

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Klemens Bender) [1/3]

  1. ANNO 1565a) DEN 17 / APRILIS STARB DER EDEL / VND ERENVESTERb) / IVNCKER IOHAN VON / SCHWARTZENBVRG / DER SELEN GOT / GENEDIG SEI / AMEN.

Wappen:
Schwarzenberg (zu Wartenstein).

Kommentar

Die sorgfältig gearbeitete Kapitalis zeigt teilweise erhöhte Versalien und durchgehend I mit Punkt.

Johann III. war der einzige Sohn Heinrichs II. von Schwarzenberg2) und seiner Frau Katharina Mohr von Sötern3). Er war mit der ebenfalls in der ehemaligen Stiftskirche begrabenen Margarete von Haraucourt4) verheiratet. Mit ihrem gemeinsamen Sohn Ludwig5) starb die Linie der Schwarzenberg auf Wartenstein im Mannesstamm aus. Johann III.6) nahm wie sein Vater pfalz-zweibrückische Dienste an und war seit 1531 als Amtmann der Herrschaft Wartenstein, seit 1540 als Amtmann und Rat Herzog Wolfgangs von Pfalz-Zweibrücken tätig. Zu seiner Zeit besaßen die Herren von Schwarzenberg bereits eine Hälfte der Burg Wartenstein7). Im Jahr 1557 wird Johann III. als Baumeister der Ganerbenburg Steinkallenfels erwähnt.

Textkritischer Apparat

  1. Ziemer liest 1505.
  2. Sic!

Anmerkungen

  1. Vgl. Kdm. 181 mit teilw. Abb. 126.
  2. Vgl. Nr. 272 von 1531.
  3. Vgl. Nr. 317 von 1562.
  4. Vgl. Nr. 327 von 1570.
  5. Vgl. sein fragmentarisches Epitaph Nr. 354 von 1583.
  6. Vgl. zum folgenden Ohlmann.
  7. Vgl. Ohlmann, Wartenstein 18 (1938) Nr. 1.

Nachweise

  1. Lehfeldt, Bau- und Kunstdenkmäler 296.
  2. Ohlmann, Hennweiler Nr. 5.
  3. Kdm. 180.
  4. Ziemer, Hennweiler 82.
  5. Füllmann, Hennweiler mit Abb. S. 58.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 319 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0031909.