Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 311 Kellenbach, Evang. Pfarrkirche 1554

Beschreibung

Grabplatte des Daniel von Kellenbach. Ehemals im Fußboden, wurde sie im Jahr 1953 anläßlich der Renovierung der Kirche freigelegt1) und links vom Chorbogen plan in die Wand eingelassen. Schmale Platte aus weißlichem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien; im Mittelfeld reliefiertes, von vier kleineren Wappen begleitetes Vollwappen, umgeben von einem oben dreigeteilten, mit Blattwerk geschmückten Rundbogen. Die Platte ist abgetreten, das rechte obere Eck gebrochen und geflickt.

Maße: H. 188, B. 75, Bu. 5,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.311 - Kellenbach, Evang. Pfarrkirche - 1554

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Klemens Bender) [1/1]

  1. ANNO D(OMI)NI · 1554 · DEN / 24 TAG MAII · IST DER EDEL VND ERENVEST DANIEL / VON KELLENBACH / AVS DISER WELT VERSCHIDEN DER SELEN GOT GENADE ·

Wappen:
Kellenbach; Kellenbach, Helfenstein2); Allenbach, Morsheim.

Kommentar

Die Herren von Kellenbach werden aufgrund ihrer frühen Verwandtschaft als 5. Stamm dem weitverzweigten Geschlecht derer von Steinkallenfels zugerechnet, mit denen sie das gleiche Wappenbild führen3). Die Familie scheint vom 13. Jahrhundert an bis weit in die frühe Neuzeit hinein ihren Sitz in dem namengebenden Ort gehabt zu haben; sie ließ die dem hl. Vitus geweihte Kirche erbauen4) und hatte Teil am Kellenbacher Hochgericht.

Daniel von Kellenbach war seit 1518 mit Amalie, einer Tochter aus der zweiten Ehe des Konrad von Allenbach mit Anna von Morsheim5) verheiratet und dürfte mit ihr ein aus diesem Anlaß neu errichtetes Haus in der Nähe des Kellenbacher Hofgutes bezogen haben6). Noch im Jahr 1549 gab er das Dorf Weitersborn seinem Vetter Friedrich von Lewenstein (zu Steinkallenfels) zu Lehen7). Simon, eines der fünf Kinder des Ehepaars, nahm in Meisenheim pfalz-zweibrückische Dienste an, erwarb dort den daraufhin sogenannten Kellenbacher Hof8) und wurde – wie auch sein jüngerer Bruder Gerhard9) – in der dortigen Schloßkirche begraben10).

Anmerkungen

  1. Nach Kdm.
  2. An diesen Platz gehört eigentlich das Wappen seiner Mutter Elisabeth von Sirck (mit drei Muscheln belegter Schrägbalken), nicht das hier gewählte seiner Großmutter Maria von Helfenstein. Der Grund dieser Abweichung könnte darin liegen, daß seine Mutter in erster Ehe mit Frank von der Leyen verheiratet war; vgl. Möller, Stammtafeln AF III Taf. CXXV.
  3. Vgl. ausführlich Conrad, Steinkallenfelser Adel 11 (1961) 3ff.
  4. Vgl. die Glockeninschrift Nr. 122 von 1442. – 1765 wurde zwischen Turm und Chor eine neues Langhaus eingeschoben, vgl. Metternich, Instandsetzung 113.
  5. Vgl. Conrad, Allenbach 150f.
  6. Vgl. Nr. 253 mit Jahreszahl und dem bisher ungedeuteten Wappen der Ehefrau.
  7. Vgl. zu ihm Nr. 363 von 1586.
  8. Vgl. Nr. 240 IV von 1530.
  9. Vgl. Nr. 384 von 1591.
  10. Vgl. zu seinem verschwundenen Grabdenkmal von 1600 Helwich, Op. gen. IV fol. 326 und Heintz, Schloßkirche 271.

Nachweise

  1. Kdm. Rhein-Hunsrück-Kreis 1, 505.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 311 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0031103.