Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 308 Meisenheim, Schloßkirche 1553

Beschreibung

Grabplatte des pfalz-zweibrückischen Rates Simon III. Boos von Waldeck. Ursprünglich als Deckplatte seines Grabes rechts vor dem Chor im Boden der Kirche1), mittlerweile aufrecht an der Westwand der südlichen Seitenkapelle. Große, nach unten hin leicht konisch zulaufende Platte aus graugelbem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien; im Mittelfeld kunstvoll skulptiertes Vollwappen, umgeben von einem oben dreigeteilten, mit Akanthusblättern geschmückten Rundbogen, darüber eine querrechteckig eingetiefte, jedoch unbearbeitete Zone. Das linke obere Eck der Platte fehlt.

Maße: H. 199, B. 102 (oben) 94 (unten), Bu. 6,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 34, Nr.308 - Meisenheim, Schlosskirche - 1553

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. [A]NNO 1553 · DIE 16 AVGVSTIa) / MORTVVS EST · VIR NOBILITATE ET VIRTVTE CLARVS / SIMON BOS · A · WALDECK · / CONSILIARIVS INCLITI DVCIS PALATINI WOLFGANGI · ETb) C(ETERA)

Übersetzung:

Im Jahr 1553, am 16. August, verstarb der durch Adel und Tapferkeit berühmte Mann Simon Boos von Waldeck, Rat des erlauchten Herzogs der Pfalz, Wolfgang etc.

Wappen:
Boos von Waldeck.

Kommentar

Die exzellent gehauene Kapitalis unterstreicht durch ihre fast durchgehend in scriptura continua gehaltene Wortfolge den ausgewogenen Charakter der Grabplatte.

Wohl wegen seiner militärischen Verdienste wurde dem Verstorbenen zusätzlich zu der vorliegenden Grabplatte ein zweites, jetzt aber figürliches Grabdenkmal mit einer in gebundener Rede versehenen Grabinschrift errichtet2).

Textkritischer Apparat

  1. T aus Platzmangel kleiner geschrieben.
  2. ET in Form eines tachygraphischen Zeichens. – Die Kürzung verweist wohl auf die zahlreichen Titel des Herzogs, vgl. dazu Nr. 340.

Anmerkungen

  1. Vgl. Helwich, Op. gen. I fol. 268 und Heintz. – Lehfeldt (1886) erwähnt die Platte noch nicht.
  2. Vgl. folgende Nr. 309.

Nachweise

  1. Heintz, Schloßkirche 255.
  2. Kdm. 262.
  3. Fröhlich/Zimmermann, Schloßkirche 68 (übers.).
  4. Drescher, Schloßkirche 34 (übers.).
  5. Pies, Waldeck 225.
  6. Anthes, Boos von Waldeck 27

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 308 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0030802.