Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 258† Sponheim, ehem. Klosterkirche 1521

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Glocke mit Spruch-, Namens- und Meisterinschrift. Noch im Jahr 1669 „oben in dem Thurm“ nachgewiesen, heute verloren. Die Ausführung der „schwer(ge)wichtige(n) und sehr grosse(n) Glock“ ist unbekannt.

Nach Hofmann.

  1. Maria=Glock heiß ich,zu Gottes Ehr leut ich,Sanct Anna bin ich,Simon zu Franckfurt goß michAnno 1521a).

Versmaß: Knittelverse.

Kommentar

Der eigentliche Glockenname dürfte sich auf das Marienpatrozinium der Klosterkirche beziehen, die Erwähnung der hl. Anna dagegen auf den ihr geweihten Altar in der Sakristei des Klosters, den der damalige Abt Johannes Trithemius 1484 zu seinem Amtsantritt1) gestiftet hatte. Während seiner Regierungszeit wurden in den Jahren 1484, 1487 und 1502 insgesamt vier Glocken2) gegossen, von denen sich nicht eine erhalten hat.

Bei dem Glockengießer handelt es sich vermutlich um den zeitweiligen Frankfurter Büchsenmeister Simon Göbel3), dessen verwitwete Mutter Margarethe die städtische Gießhütte betrieb.

Textkritischer Apparat

  1. Kdm 395 erwähnt die Glocke mit der Jahrezahl 1502.

Anmerkungen

  1. Vgl. Trithemius, Chron. Sponh. (zum Jahr 1484).
  2. Vgl. ebd. sowie 398 und 416.
  3. Vgl. zu ihm ausführlich Bund, Frankfurter Glockengießer 179ff. sowie die folgende Nr. 259.

Nachweise

  1. Hofmann, Ehren=Säul 124.
  2. Lucae, Graffen-Saal 601.
Addenda & Corrigenda (Stand 21. Februar 2017):

Beschreibung

Glocke mit Spruch-, Namens-, Meister- und Stifterinschrift. Noch im Jahr 1669 „oben in dem Thurm“ nachgewiesen, ging sie vermutlich im Jahr 1707 durch Blitzschlag verloren. Die „schwer(ge)wichtige und sehr grosse Glock“ war auf dem Mantel mit drei Reliefs geschmückt; laut Copia Annontionum1) handelt es sich um die hl. Anna mit der Muttergottes und dem Jesuskind, den hl. Martin zu Pferd und den hl. Nikolaus.

Nach Copia Annotationum.

  1. S(ankt) Mariae Glock heiß ich zu Ehren Gottes läuth ich S(ankt )Anna bin ich Simon zue Franckfort goß mich 1521a) Nicolaus successor Trithemii hanc fieri fecitb)

Übersetzung:

Nikolaus, der Nachfolger des Trithemius, hat dies machen lassen.

Versmaß: Knittelverse.

Kommentar

Der eigentliche Glockenname dürfte sich auf das Marienpatrozinium der Klosterkirche beziehen, die Erwähnung der hl. Anna dagegen auf den ihr geweihten Altar in der Sakristei des Klosters, den der damalige Abt Johannes Trithemius 1484 zu seinem Amtsantritt2) gestiftet hatte. Während seiner Regierungszeit wurden in den Jahren 1484, 1487 und 1502 insgesamt drei Glocken3) gegossen, von denen sich nicht eine erhalten hat. Stifter der ebenfalls verlorenen Marienglocke war der aus Remich in Luxemburg stammende Abt Nikolaus4), der 1506 zum Nachfolger des resignierten Abtes Johannes Trithemius gewählt wurde. Nikolaus war 1481 im Alter von 18 Jahren in das Kloster eingetreten, fungierte als Kaplan des Abtes Trithemius, zeitweise auch als Keller des Kloster, und verstarb im Juli 1526.

Bei dem Glockengießer handelt es sich vermutlich um den zeitweiligen Frankfurter Büchsenmeister Simon Göbel5), dessen verwitwete Mutter Margarethe die städtische Gießhütte betrieb.

Textkritischer Apparat

  1. Kdm 395 verwechselt die vorliegende Glocke mit der ebenfalls verlorenen aus dem Jahr 1502; vgl. Nr. 222a.
  2. Diese Stifterinschrift wird nur von Copia Annotationum überliefert.

  • .Vgl. zu dieser bislang unbekannten, im Jahr 2016 neu aufgefundenen Handschrift Nr. 222a Anm. 2.
  • .Vgl. Trithemius, Chron. Sponh. (zum Jahr 1484).
  • .Vgl. ebd. sowie Nr. 222a.
  • .Vgl. zu ihm Mötsch, Äbte 389.
  • .Vgl. zu ihm ausführlich Bund, Frankfurter Glockengießer 179ff. sowie die folgende Nr. 259.
  • Nachweise

    1. Hofmann, Ehren=Säul 124.
    2. Lucae, Graffen-Saal 601.
    3. Copia Annotationum (vgl. Nr. 222a Anm. 2).
    4. Seibrich, Gründungen 36.


    Addenda & Corrigenda (Stand 23. September 2014):

    Die Inschrift der in Anm. a) erwähnten Glocke aus dem Jahr 1502 ist inzwischen bekannt geworden; vgl. Nr. 222a.

    Zitierhinweis:
    DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 258† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0025801.