Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 65† Sobernheim, Kirchstr. 9 1381

Beschreibung

Bauinschrift am linken unteren Torgewände der nach dem 1. Juni 1971 abgerissenen Scheune des Pfarrhofes, seitdem verloren1). Zweizeilige, bisher unbeachtete Inschrift auf zwei großen Werksteinen aus Sandstein, die zu einer unbekannten Zeit wohl als Spolien für den Bau des Torbogens verwendet wurden.

Nach Foto.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 34, Nr.65 - Sobernheim, Kirchstr. 9 - 1381

 Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Heinz Straeter) [1/1]

  1. ANNO · D(OMINI) Mo CCCo / Lo XXXIo ·

Kommentar

Die ehemals wohl horizontal angebrachte Inschrift mit den für die späte Majuskel typischen dreiecksförmigen Schwellungen bei O, D und I dürfte so vollständig überliefert sein; dafür spricht etwa das Kürzungszeichen über dem D und der eindeutige Abschlußkringel hinter dem letzten Zahlzeichen.

Das heutige (und frühere) Pfarrhaus befindet sich auf dem Gelände des 1380 als „hobe zu Sobernheim by der neder porten“2) erwähnten Disibodenberger Klosterhofs mit der heute noch stehenden (sich in Privatbesitz befindlichen) Disibodenberger Kapelle aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts3). Vermutlich bezieht sich die Inschrift auf ein abgegangenes Gebäude dieser Hofanlage. Nicht auszuschließen ist allerdings auch eine Herkunft aus der gegenüberliegenden, ehemaligen Stadtpfarrkirche, deren Chor gegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtet wurde4).

Anmerkungen

  1. Eine von H.-E. Berkemann, Sobernheim, und dem Bearbeiter am 21. Juli 1987 vorgenommene Untersuchung eines niedergelegten, heute als Terrassenbegrenzung verwendeten Torbogens im Pfarrgarten, erbrachte keine Übereinstimmung mit dem gesuchten Inschriftenträger.
  2. Kopialbuch Disibodenberg, fol. 21.
  3. Vgl. dazu Kdm. 367ff. – Der Bau der Kapelle geht auf eine testamentarische Verfügung Katharinas von Homburg zurück (vgl. Nr. 70 von 1388). Von den noch 1764 „oben in dem gewölb anoch zu ersichtigen seÿenden alten gemählden und gotischen Inscriptionen“ (Abhandlungen fol. 21v) hat sich nichts erhalten.
  4. Vgl. Kdm. 358.

Nachweise

  1. LfD Mainz, Fotoarchiv Neg.-Nr. 696/17a (H. Straeter am 1. Juli 1971).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 65† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0006502.