Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 61 Disibodenberg, Depot (aus Marienkapelle) 1374

Beschreibung

Grabplatte der Margaretha von Steinkallenfels, bisher nur aus kopialer Überlieferung bekannt. Bei den Ausgrabungen im Sommer 1987 und den nachfolgenden Sondierungen im Sommer 1989 im Schutt der Marienkapelle in insgesamt über vierzig Bruchstücken aufgefunden, heute im Depot (Plan Nr. 63). Es handelte sich um eine große, hervorragend gearbeitete Platte aus gelbem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien und der Darstellung der Verstorbenen in Halbrelief in langem faltenreichen Gewand unter einem krabbenbesetzten Kielbogen. Beiderseits der Kreuzblume sind zwei abgeplatzte Wappen zu erkennen. Erhalten haben sich größere Teile des rechten oberen Ecks und der linken unteren Leiste, sowie zahlreiche kleine Bruchstücke der Figur und der Architektur.

Ergänzt nach Helwich.

Maße: Bu. 7 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 34 Nr.61 - Disibodenberg, Depot (aus Marienkapelle) - 1374

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/8]

  1. +a) ANNO · / D(OMI)NI · M · CCC · LXX · IIII [O(BIIT) MARGARETHA DE LAPI]DE · UX[OR LAMPER]TI · MILITIS · D[E STRUMBURG]

Wappen:
Steinkallenfels (Stamm IV); Faust von Stromberg.

Kommentar

Die exakt gehauenen Buchstaben mit ihren ausgeprägten Schwellungen erscheinen teilweise mit Ziercauden und feinstrichigen Ausläufern, D kapital und unzial, I und M mit einem Nodus.

Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Tochter aus der ersten Ehe Johanns II. von Steinkallenfels1) mit der ebenfalls auf dem Disibodenberg begrabenen Metza geb. Kämmerer von Worms2). Verheiratet war Margaretha mit Lambert, dem dritten Sohn des Heinrich Faust von Stromberg, der bisher erst 1377 als Ritter erwähnt wurde3). Ihr Enkel Lamprecht4) wurde im Kreuznacher Karmeliterkloster begraben.

Textkritischer Apparat

  1. Textbeginn in der Mitte der oberen Leiste.

Anmerkungen

  1. Vgl. den Kommentar zu seiner erhaltenen figürlichen Grabplatte Nr. 44 in der Nikolauskirche zu Bad Kreuznach.
  2. Vgl. Nr. 41 von 1339/54, sowie die Inschriften ihrer beiden Brüder Ulrich (ebd.) und Gerhard Nr. 74 von 1393.
  3. Vgl. Gerlach, Stromberg 19. – Die verschiedenen Ritterfamilien, die diese Burg von den Pfalzgrafen zu Lehen trugen, nannten sich nach der Burg und trugen alle dasselbe geschachte Grundwappen mit jeweils wechselnden Beizeichen, hier ein Stern im ersten Schachfeld; vgl. die Übersicht bei Gruber, Wappenbilder 133.
  4. Vgl. Nr. 188 von 1498.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 444.
  2. Roth, Syntagma 1 (1883).
  3. Baudenkmale III 134 (beide nach Helwich).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 61 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0006100.