Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 53† Disibodenberg, Klosterkirche 1368

Beschreibung

Grabplatte der Hildegard von Waldeck, geb. von Bechtolsheim. Früher rechts vom Chor vor einem Altar („a dextris ante chorum ante altare“)1) in den Boden eingelassen (Plan Nr. II), heute verschollen, bzw. noch nicht aufgefunden. Zwei Wappen, sonstige Ausführung unbekannt.

Nach Helwich.

DI 34, Nr. 53 - Disibodenberg, Klosterkirche - 1368

 Helwich, Syntagma fol. 443 [1/1]

  1. Anno domini m ccc lxviii idusa) Augusti obiit Hildegardi vxor quondam Wilhelmi armigeri de Waldecke requiescat in pace

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1368, an den Iden des August (13. August), starb Hildegard, einst Ehefrau des Knappen Wilhelm von Waldeck.

Wappen:
Waldeck mit dem Leoparden (im mit zehn Steinen belegten Schild ein steigender Leopard); Bechtolsheim.

Kommentar

Über die aus dem gleichnamigen, zwischen Alzey und Oppenheim gelegenen Ort stammende Familie der Hildegard von Bechtolsheim ist wenig bekannt2). Gleiches gilt für das mit den beiden großen mittelrheinischen Stämmen von Waldeck3) nicht zusammenhängende Geschlecht ihres Mannes. Es dürfte sich bei den den Leoparden im Schild führenden Waldeck vielmehr um eine kleine, an der unteren Nahe beheimatete Familie handeln, von der neben dem 1422 in Kreuznach verstorbenen Johann von Waldeck4) nur noch der hier inschriftlich auftretende Wilhelm bekannt ist. Ob es sich bei dem 1373 bis 1405 urkundlich genannten Wilhelm von Waldeck, Hauptmann zu Alzey, Amtmann zu Bacharach und Burggraf zu Stromberg, der ebenfalls den Leoparden im Wappen zu führen scheint5), um einen Sohn dieses Ehepaars handelt, muß vorerst offenbleiben.

Textkritischer Apparat

  1. So für idibus, vgl. Einleitung XXIX Anm. 86.

Anmerkungen

  1. Insgesamt überliefert Helwich vier Grabplatten mit exakt dieser Standortangabe. Drei davon wurden während den Ausgrabungen im Sommer 1987 aufgefunden (vgl. Nrr. 41 von 1339/54, 74 von 1393 und 101 von 1401); dabei wurde im westlich anschließenden Fußboden ein hochrechteckiges, leeres Feld aufgedeckt, in dem die Grabplatte gelegen haben könnte (s. Stanzl, Klosterruine Abb. 28).
  2. Vgl. die für das 14. und 15. Jh. überlieferten Grabinschriften bei Helwich 68, 70, 73, 208f., 224 und 237 sowie ders., Op. gen. I 140-145.
  3. Vgl. Möller, Stammtafeln AF I S. 110ff.
  4. Vgl. seine Grabplatte (Nr. 112) in der Nikolauskirche.
  5. Vgl. Möller, Stammtafeln AF I S. 110.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 443.
  2. Roth, Syntagma 1 (1883).
  3. Baudenkmale III 133 (beide nach Helwich).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 53† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0005309.