Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 39 Disibodenberg, Kreuzgang 1350

Beschreibung

Grabplatte des Johannes, Sohn eines Walme Genannten aus Sobernheim. Im westlichen Teil des Südflügels in den Boden eingelassen (Plan Nr. 45), aufgefunden bei den Ausgrabungen im Sommer 1985. Große, schmale, schmucklose Platte aus hellem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien. Die Leisten sind großteils erheblich verwittert, besonders betroffen ist das linke untere Eck.

Maße: H. 217, B. 82, Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 34, Nr.39 - Disibodenberg, Kreuzgang - 1350

 Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Heinz Straeter) [1/1]

  1. +a) ANNO / D(OMI)NI M · CCC · L NONASb) · AUGVSTI · O(BIIT) / JOHANN[E]S / [...]RNOS · FILI(US) · D(I)C(T)I · UALME DE SO/B(ER)NH(EIM)c) ·

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1350 an den Nonen des August (05. August) starb Johannes (...rnos), Sohn des Walme genannten aus Sobernheim.

Kommentar

Die tief eingehauene Schrift zeigt gerundetes A, geschlossenes E und die für den Disibodenberg typische DE Ligatur sowie den Wechsel von kapitalen und gerundeten Formen bei I/J, U/V und N, letzterer Buchstabe mit einem Nodus an der Schräghaste.

Zur Familie des Verstorbenen ist bislang nichts bekannt.

Textkritischer Apparat

  1. Textbeginn in der Mitte der oberen Leiste nach einer Rosette.
  2. Die grammatikalisch korrekte Form ist NONIS, allerdings wäre auch denkbar, daß es der Steinmetz unterlassen hat, das Tagesdatum einzuhauen (nach dem L fehlt der Worttrenner).
  3. Analog zur benachbarten Platte Nr. 33 von 1345 könnte auch zu SOBIRNHEIM ergänzt werden.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 39 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0003905.